Zentrale Aufhellung

Die Module zur Steuerung von elektrischen Rollos oder Jalousien über eine Hausautomation sind schnell eingebaut.

Fehlt nur noch das Verbinden der einzelnen Rollo-Steuerungen mit der Zentrale.

Zentrale nur für Rollos?

Übernimmt die zentrale Steuerung aller Homemamtic Komponenten im Haus: Zentrale CCU1

Übernimmt die zentrale Steuerung aller Komponenten im Haus: Homematic Zentrale CCU1

Grundsätzlich ist eine Zentrale zur Steuerung von Rollos mit Homematic nicht zwingend erforderlich (mehr dazu hier). Möchte man im Haus aber noch für weitere Gewerke steuern (z.B. Licht, Wärme, Alarmanlage) macht eine zentrale Steuerung schnell Sinn.

Damit die Zentrale und die einzelnen Steuerungen im Haus zusammenarbeiten können, müssen sie zunächst mit einander bekannt gemacht („angelernt“) werden. Dieser Vorgang ist bei Homematic recht einfach.

Warum wir lernen: Kommunikation zwischen Zentrale und Aktoren

Die meisten Homematic Komponenten kommunizieren über Funk miteinander. „Gesprochen“ wird dabei in beide Richtungen. Ein Befehl, den die Zentrale sendet, wird vom Aktor immer bestätigt, damit die Zentrale weiß, dass der Befehl angekommen ist und z.B. das Licht wirklich aus geschaltet oder das Rollos geschlossen wurde.

Umgekehrt melden sich die Aktoren bei der Zentrale, wenn es eine Änderung gibt und der Hausbewohner z.B. ein Rollo geöffnet hat oder die Wohlfühltemperatur über ein Raumthermostat geändert wurde.

Auf diesem Weg liegen in der Zentrale immer alle wichtigen Informationen vor.

Damit Unbefugte sich nicht mit einem Funk-Sender Zugriff auf Komponenten verschaffen oder Streit mit den Nachbarn beginnt, weil beide das gleiche System verwenden und man sich gegenseitig das Licht ausschaltet, müssen Zentrale und Aktor aneinander angelernt werden. Dieser Anlernvorgang ist einmal erforderlich und sorgt dafür, dass der Aktor weiß, von wem er Befehle annehmen darf und dass die Zentrale erfährt, welche Aktoren zum Haus gehören.

Zusätzlich kann die Funkübertragung vieler Homematic Komponenten mit der Verschlüsselungstechnik AES geschützt werden (über die Zentrale einstellbar).

Beim Anlernvorgang meldet der Aktor der Zentrale zusätzlich, welche Informationen er bereitstellt (z.B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei einem Raumthermostat oder den Schaltzustand bei einem Schaltermodul).

Lernen auf verschiedenen Wegen

Der erste Anlernvorgang kann auf zwei Wegen erfolgen: entweder indem Zentrale und Aktor gleichzeitig in den Anlernmodus versetzt werden, oder mit Hilfe der eindeutigen Seriennummer, die sich auf jeder Homematic Komponente befindet.

Gemeinsam lernen

Zum gemeinsamen Anlernen muss die Zentrale über die Web-Oberfläche für 60 Sekunden in den Anlernmodus versetzt werden.

Über die Web-Oberfläche der Zentrale wird der Anlernmodus eingeschaltet

Über die Web-Oberfläche der Zentrale wird der Anlernmodus eingeschaltet

Jeder Aktor verfügt über eine Anlerntaste (je nach Aktortyp unterschiedlich), die ebenfalls gedrückt werden muss, um auch den Aktor in den Anlernmodus zu versetzen. Läuft alles gut, finden sich beide Teilnehmer innerhalb der nächsten 60 Sekunden über Funk. Der neue Aktor erscheint dann im „Posteingang für neue Geräte“ in der Web-Oberfläche der Homematic Zentrale.

2013-09-12 Homematic Rolladenaktor installieren 08

Die blinkende LED signalisiert u.a. einen laufenden Anlernvorgang

Dieser Weg hat jedoch auch ein paar praktische Nachteile. Nicht selten sind mehrere Anlernversuche erforderlich.

Bei größeren Wohnungen mit mehreren Etagen bedeutet dies entweder viel „Rennerei“ (erst zur Zentrale, dort Anlern-Button drücken, dann zum Aktor, dort Anlern-Knopf drücken), oder man nimmt einen Laptop zum Aktor mit. Dafür ist jedoch eine LAN oder WLAN Verbindung des Laptops zur Zentrale erforderlich (wer gerade neu gebaut hat und verheiratet ist, schließt möglicherweise nicht als erstes das Heimnetzwerk an. Eher hängen die Gardinen – glaubt’s mir.) Zuletzt ist bei einigen Aktoren erst ein Blick in die Bedienungsanleitung nötig, um zu erfahren, welcher Knopf den Anlernvorgang auslöst.

Lernen nach Zahlen

Deutlich einfacher funktioniert das Anlernen über die Seriennummer.

Geht bei vielen anzulernenden Komponenten schnell: Barcode eingeben

Geht bei vielen anzulernenden Komponenten schnell: Seriennummer eingeben

Die Seriennummer ist zusammen mit einem Barcode auf den Aktor und zusätzlich auf den Karton geklebt. Nach Einbau des Aktors genügt es (bei Bedarf), den Einbauort auf dem Karton zu notieren und nimmt den Karton später zur Zentrale mitzunehmen. Dort lassen sich die Seriennummern auch von mehreren Aktoren dann der Reihe nach eingeben.

Nach jeder eingegebenen Seriennummer funkt die Zentrale den Aktor an und dieser meldet sich nach wenigen Sekunden zurück.

Wurde der Anlernvorgang erfolgreich abgeschlossen, kann auf diesem Weg kein weiterer Anlernvorgang erfolgen. So wird verhindert, dass Unbefugte per Funk einfach Seriennummern durchprobieren, um Zugriff auf einen Aktor zu erhalten. Die Kartons mit den Seriennummern können problemlos entsorgt werden. Ein neuer Anlernvorgang kann später trotzdem durchgeführt werden, indem der Aktor zunächst in den Werkszustand zurückgesetzt wird.

Wissen sollte man jedoch, dass nicht alle Aktortypen das Anlernen über Seriennummern unterstützen. Dennoch ist dieser Weg um einiges schneller.

Luxus-Lernen (für Männer)

Wer sehr viele Aktoren anlernen muss und die Möglichkeit hat sich einen Barcode Scanner zu leihen, kann die Seriennummern auch mit einem Barcodescanner einlesen. Damit entfällt jede Tipparbeit und jeder Tippfehler.

Von der Anschaffung eines solchen Scanners extra nur für den Anlernvorgang muss man jedoch ganz klar abraten. Spielerei. Das lohnt sich nicht (macht aber Spaß).

Macht bei vielen Aktoren den Anlernvorgang schneller: Barcode-Scanner

Macht den Anlernvorgang bei vielen Aktoren schneller: Barcode-Scanner

„Hallo Zentrale!“

Nach erfolgreichem Lernen steht der neue Aktor in der Zentrale zur Verfügung und kann eingestellt werden.

Die Grundinformationen eines Rolladenaktors

Die Grundinformationen eines Rolladenaktors

Sinnvoll ist die Vergabe eines möglichst aussagekräftigen Namens (z.B. Rollo Gästebad), die Zuweisung, in welchem Raum sich der Aktor befindet und zu welchem Gewerk er gehört (z.B. Licht oder Verdunkelung). Die hinterlegte Zuordnung macht es nachher leicht, alle Steuermöglichkeiten z.B. für das Wohnzimmer aufzurufen, oder alle Aktoren eines Gewerks (z.B. alle Rollos) anzusprechen.

Sind diese Schritte erledigt, kann auch schon auf die Aktoren zugegriffen werden. Per Mausklick auf die zugehörigen Bedienfelder („Auf, Ab oder Stop“) setzt sich das Rollo in Bewegung.

Raumzuweisung: Ja wo laufen sie denn?

Sehr praktisch ist die Raumzuweisung gelöst. Über die Weboberfläche lassen sich die Raumnamen eines Hauses beliebig einstellen. Ein Aktor kann anschließend einem oder auf Wunsch auch mehreren Räumen zugeordnet werden. Das ist dann komfortabel, wenn man den getrennten Ess- und TV Bereich zusätzlich als „Wohnen“ zusammenfassen möchte. Die Rollos im Esszimmerbereich lassen sich auf diesem Weg sowohl in der Ansicht für das Esszimmer, aber auch in der „Wohnen“-Ansicht auswählen und gemeinsam steuern.

Nicht ganz so „zu“: spezielle Funktionen für Rollos

Je nach Aktortyp stehen nach dieser Einrichtung noch weitere Sonderfunktionen zur Verfügung, sozusagen die Feineinstellungen.

So ist es bei Rollos sicherlich praktisch, die Fenster auf Wunsch nur teilweise zu verdunkeln. Schließlich möchte man im Hochsommer bei starker Sonnenstrahlung nur ein wenig Schatten und nicht immer komplett im Dunkeln sitzen.

Wie weit ein Rollo geschlossen werden soll, lässt sich über die Zentrale sehr exakt als %-Wert festlegen. So können später z.B. alle Rollos auf der Südseite zu 30% geschlossen werden, unabhängig davon, ob es ein bodentiefes Fenster oder ein Küchenfenster mit normaler Fensterbank ist.

Auch lässt sich in der Zentrale auf diesem Weg einstellen, dass die Rollos ihre Fahrt beenden, bevor die am Rolladenpanzer hervorstehenden Stifte oben gegen die Fensterlaibung schlagen und irgendwann abbrechen. Vielleicht stellt die bessere Hälfte aber auch gerne Blumenkästen auf die Außenfensterbank. Ob der nächste Abend in friedlicher Atmosphäre verläuft, kann dann sehr entscheidend davon abhängen, ob das Rollo rechtzeitig vor den Blumen gestoppt hat oder die Blumen elektrisch geköpft wurden.

Steuern lassen sich diese Wünsche über die einmalige Hinterlegung der Fahrtzeit des Rollos (von der gewünschten „ganz geschlossen“-Lage bis zur gewünschten „ganz offen“-Lage). Die benötigte Zeit muss einmal gemessen werden und kann in Homematic hinterlegt werden. Gespeichert wird die Fahrtzeit direkt im Aktor, so dass sie auch eingehalten wird, sollte es einmal Probleme mit der Verbindung zur Zentrale geben.

Zusätzlich lässt sich einstellen, nach wievielen Fahrten sich das Rollo selbständig kalibrieren soll, falls die Position laut Aktor und die tatsächliche Position des Motors nach einer Weile auseinander driften.

Individuelle Einstellungen sind für jedes Rollo möglich

Individuelle Einstellungen sind für jedes Rollo möglich

Zuletzt: alle zusammen

Bis zu diesem Punkt sind nun alle Rolladenaktoren eingebaut, eine Bedienung ohne jeden Technik-Kram direkt „vor Ort“ funktioniert und über die zentrale Web-Oberfläche lassen sich die Rollos auch bereits je nach Wunsch bedienen. Was fehlt, ist eine Automatik und etwas „Intelligenz“ z.B. eine selbständige Steuerung nach Uhrzeit oder Dämmerung, bei Abwesenheit oder bei bestimmten Ereignissen.

Bis dahin ist aber noch ein wenig Geduld erforderlich, denn im Moment warten noch ein paar Kartons darauf, ausgepackt zu werden (und die Gardinenstangen).

Von F

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2 Antworten zu “Zentrale Aufhellung

  1. Hallo, bei uns geht es nun nach langer Verzögerung erst los, trotzdem mache ich mir schon länger Gedanken über das Thema und finde Eure Beschreibungen und die Bebilderung sehr gut. Für die FBH werde ich das System wohl eher nicht nutzen, aber für die Rolläden finde ich das schon interessant. Was hat euch die Automation am Ende etwa zusätzlich gekostet ?

    Viele liebe Grüsse
    Nils Baresel

    • Hallo Nils,
      freut uns, wenn der Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen kann.
      Bei den Rollos sind die Kosten für die Hausautomation recht leicht zu berechnen:
      – Zentrale (CCU Version 2) kostet 135,-
      – Rolladenaktor (der oben beschriebene Typ) kostet pro Fenster 45,-
      – Adapterplatte für den Einbau in das Markenschalterprogramm 1,- (umgerechnet vom Preis für den Dreierpack).
      Für z.B. 10 Rollos würde die Rollo-Steuerung also 595,- EUR kosten (inkl. Versand, Installation wie beschrieben in Eigenleistung, Preise Stand 6.10.2013, Quelle: http://www.ehomeportal.de).
      Vom Hausbauer / Elektriker sind die Antriebsmotoren und die Stromversorgung erforderlich.

      Ist der Grundstein mit der Zentrale aber einmal im Haus, lassen sich noch ein paar andere schöne Dinge damit anstellen (mehr dazu sicher in Kürze).
      Viele Grüße
      F

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