Riesen Buhei mit den Bädern

Wenn wir das geahnt hätten: wahrscheinlich hätten wir unser Haus komplett ohne ein einziges Bad gebaut! Einfach so! Aus Trotz! Sollen die Bäder doch woanders hin!

Und die Tatsache, dass wir keine Fliesen im Bad, sondern eine fugenlose PU Beschichtung auf den Wänden und am Boden haben möchten, macht die Sache insgesamt nicht leichter.

Grösstes Problem: es fiel den Handwerkern und auch der Baufirma sehr schwer, sich darauf einzustellen, dass etwas anderes als Fliesen auf die Wände kommen. Zugegeben: es ist nicht gerade alltäglich und es hilft, wenn man es mal „in Echt“ gesehen hat. Aber wenn wir gewusst hätten, wieviel Zeit die Bäder in Anspruch nehmen werden: wir hätten das blaue Dixie-Klo zurückgeholt und in Eigenleistung ausgebaut! Und wie! Mit Dusche! Und TV! Und Internet! Und Whirlpool und so!

Man nehme: eine andere Wand

Das Badezimmer nach der Übergabe: die Badewanne hat im Spritzbereich eine Abdichtung erhalten

Das Badezimmer nach der Übergabe: die Badewanne hat im Spritzbereich eine Abdichtung erhalten

Recht früh stellte sich heraus, dass die Gipsdielen, die unsere Baufirma als nichttragende Wände verbaut und der Gipsputz für ein Badezimmer eigentlich nur geeignet sind, wenn Fliesen darauf gehangen werden. Denn Gips nimmt Wasserdampf auf und kann im schlimmsten Fall zu einem Aufquellen der Wände führen. Also müssen die Wände eine zementartige Oberfläche bekommen. Und da auch noch eine wasserdichte Abdichtung in den Nassbereichen notwendig ist, auf den Dichtmassen aber nur Fliesenkleber hält, hieß die Konsequenz: alle Wände mit Fliesenkleber dünn abziehen.

Fliesenkleber hat aber zwei schlechte Eigenschaften: er ist extrem hart und rauh. Also musste insgesamt dreimal dünn gespachtelt werden und die Wände insgesamt 4x mit unterschiedlichen Körnungen geschliffen werden. Jedes Bad musste 7x(!) bearbeitet werden. Die Wände sind nun glänzend (hat jemand schonmal glänzenden Fliesenkleber gesehen!?). Da es aber leider sehr viele kleine Vertiefungen gibt (durch den Sandanteil im Fliesenkleber) erfolgt diesen Sonntag noch eine letzte (8.) Flächenspachtelschicht, die diese letzten Poren verschließen soll.

Trennschicht im anderen Sinne

Was passiert, wenn die Wände zu feucht sind, haben wir leider in den Tagen kurz nach der Übergabe erfahren müssen. Vom Fliesenleger der Baufirma wurde in den Nassbereichen eine wasserdichte Abdichtung auf die Wände aufgespachtelt. Er hatte etwas Sorge wegen eine noch feuchten Stelle und meinte, wenn es dort nicht hält, würde er zur Korrektur nochmal wiederkommen.

Der nächste Tage hatte eine böse Überraschung parat: die Gummischicht hatte sich flächig von der Wand gelöst und fiel förmlich die Wand herunter. Wie hätte das eigentlich ausgesehen, wenn Fliesen auf der Schicht gewesen wären?

Der Beschichtung konnte man beim "Wandern" tatsächlich zusehen

Der Beschichtung konnte man beim „Wandern“ tatsächlich zusehen

Gleiches Bild an der Badewanne: sogar die rote Linienfarbe kam gleich mit ab

Gleiches Bild an der Badewanne: sogar die rote Linienfarbe kam gleich mit ab

Lediglich an der Stelle, an der der Fliesenleger Probleme befürchtete, hielt die Beschichtung wie eine eins (Murphys Law).

Gleich am nächsten Tag kam der Fliesenleger erneut, um neu zu grundieren und neu zu beschichten, aber am nächsten Tag wieder das gleiche Bild: die Beschichtung hielt einfach nicht auf der Wand.

Ergebnis nach Versuch #2: Wut und Verzweiflung!

Ergebnis nach Versuch #2: Wut und Verzweiflung!

Eine Erklärung hatte niemand. Wir hatten aber vor allem eins: keine Zeit für weitere Experimente mit Gips. Denn die Arbeiten für die Badezimmer lagen jetzt bereits zwei Tage zurück.

Der Tip von Ls bestem Bruder der Welt: Fliesenkleber auf die Gipswände, dann erst abdichten und dann normal weiter. Und siehe da, es hielt bestens.

Gästebad kurz nach der Übergabe

Gästebad kurz nach der Übergabe…

Gästebad nach mehreren Dünnschichten Fliesenkleber

…und nach Eigenleistungen mit mehreren Dünnschichten Fliesenkleber

Nach der Abdichtung wurden noch Eckschienen aufgeklebt

Nach der Abdichtung wurden in der Dusche noch Eckschienen aufgeklebt

Kleine Wand in der Dusche noch ungeschliffen

Die kleine Wand in der Dusche mit Fliesenkleberschicht vor dem Schleifen

 

Schwer zu vermitteln

Es ist wirklich schwer, allen Firmen immer wieder klar zu machen: Achtung, es kommt eine 2mm dicke PU-Schicht auf die Wand. Keine 15mm Fliesenwand. Weil es halt kaum einer kennt.

Das fängt bei der richtigen Einbautiefe für Duscharmaturen an und hört bei der bodentiefen Duschrinne auf. Denn solange Fliesen kommen, gibt es immer eine Schicht Fliesenkleber und in dieser Schicht kann man es ruhig „sehr grob“ nehmen.

Bei den Armaturen hat der Einbau ganz gut geklappt, bei der Abdichtung durch die Handwerker der Baufirma leider weniger.

Bodentiefe Duschrinne: hier übernimmt die Bodenbelagsfirma noch einiges an Arbeit

Bodentiefe Duschrinne: glatt ist anders. Hier übernimmt zum Glück die Bodenbelagsfirma noch einiges an Arbeit

 

Zwischenstand

4x mussten die Wände geschliffen werden...

4x mussten die Wände geschliffen werden…

...bis sie irgendwann bereits zu glänzen anfingen

…bis sie irgendwann bereits zu glänzen anfingen

T-Wand im Badezimmer

T-Wand im Badezimmer

WC Bereich im großen Bad

WC Bereich im großen Bad

Zusammengesetztes (Foto)

Blick ins Badezimmer (zusammengesetztes Foto)

Wenn an diesem Wochenende die Wände noch eine Feinspachtelschicht bekommen haben, kann es endlich mit der Wandbeschichtung losgehen.

Von F

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2 Antworten zu “Riesen Buhei mit den Bädern

  1. Hallo, da ich gerade mitten im Hausbau bin und auch keine Fließen im Bad möchte, möchte ich mich zuerst für diesen tollen Beitrag und die Infos bedanken.
    Welche Wand wäre den für die PU Beschichtung optimal?
    Ich möchte gerne das ganze Prozedere mit dem Abschleifen vermeiden. Bis jetzt kann ich noch andere Trockenbauwände stellen.
    Danke

    • Hallo Erika,

      grundsätzlich gilt, dass die optimale Wand für eine PU Wandbeschichtung so glatt wie möglich sein müssen, da die Beschichtung anders aufgetragen wird als auf dem Fußboden und Unebenheiten ansonsten schnell zu sehen sind.
      Es wäre aber zu empfehlen, den Aufbau der Wandbeschichtung lieber mit der ausführenden Firma abzusprechen. Es gibt da mehrere Wege. Und im Bad spielt besonders die Dampf- und Wasserdichtigkeit eine wichtige Rolle. So hat in unserem Fall Obricky Designerboden nach dem ganzen „Bu-Hei“ zunächst eine spezielle „Sperrschicht“ aufgebracht, die Wasser aus dem Mauerwerk passieren lässt, aber kein Wasser in die Wand eindringen lässt, damit die Wand weiter „atmen“ kann.

      Viele Grüße
      F

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