T-Wand im Bad: Installationen

Skizze der T-Wand im Badezimmergrundriss

Skizze der T-Wand im Badezimmergrundriss

Eine T-Wand im Bad ist praktisch, um drei Funktionsbereiche im Bad (z.B. Dusche, Waschplatz und WC) auf kleinem Raum von einander zu trennen.

Das Mauern der Wand ist dabei noch vorstellbar, aber wie funktioniert das mit den Anschlüssen der Bereich genau? Denn Waschbecken, Dusche und WC benötigen eigentlich eine eigene Wand zur Montage, damit dort die Warm- und Kaltwasseranschlüsse, verschiedene Abflussleitungen und der Spülkasten Platz finden.

Mit ein bisschen Trockenbau geht’s leichter

Die erste Steinreihe des Gipswandbauers gab ein gutes Gefühl für die tatsächliche Einteilung

Die erste Steinreihe der gemauerten Wand gibt ein besseres Raumgefühl als jeder Plan (vorne rechts entsteht die Dusche)

Der Trick ist, das Mauerwerk der T-Wand, die Aussenwand und ein bisschen Trockenbau gut miteinander zu kombinieren. Die eigentliche T-Wand braucht dabei nur 10 cm dick zu sein.

Möchte man das WC (wie mittlerweile eigentlich üblich) mit einem Unterputzspülkasten installieren, wird auf der WC Seite in jedem Fall eine Trockenbauwand benötigt. Führt man diese Vorwand über die ganze Breite aus, entsteht damit genug Platz, um dahinter auch alle weiteren Leitungen für die anderen Bereiche zu verstecken. Weiterer Vorteil: da die Leitungen später hinter der Trockenbauwand verschwinden, können sie Aufputz verlegt werden. Das zeitraubende Aufstemmen der Wand entfällt.

Wo kommt’s her, wo geht’s hin

Einzuplanen sind die Versorgungs- und Entsorgungswege zur und von der T-Wand. In unserem Fall musste der Strang aus Warmwasser, Kaltwasser und Zirkulationsleitung aus dem Hauswirtschaftsraum „von links“ und die Abwasserleitung durch den Schacht oben auf dem Bild „von rechts“ herangeführt werden.

Der Duschbereich

Im Bereich der Dusche befinden sich nur vier Sanitärbauteile:

  • der Unterputzkörper für die Mischbatterie der Dusche
  • der Wandanschluss für die Überkopfbrause
  • der Wandanschluss für den Handbrauseschlauch und
  • die Rinne für den bodentiefen Wasserablauf.
2013-04-07 T-Wand Bad Installationen 03

Blick in den Duschbereich (Zugang im Bild von links): für den späteren Einbau der bodentiefen Duschrinne endet der Estrich noch 30cm vor der Wand.

2013-04-07 T-Wand Bad Installationen 01

Die kleine Mauer links wurde nachträglich vor die T-Wand gemauert.

Die Wände im Duschbereich bleiben dabei fast unberührt, für den Unterputzkörper muss lediglich eine ausreichend große Durchführung hergestellt werden. Von dort zweigen dann die Leitungen zur Hand- und zur Überkopfbrause ab. Die Zuleitungen laufen auf der Rückseite der Wand und damit im WC Bereich.

Unterputzelement und Handbrausenanschluss vor kurz nach dem Einbau

Unterputzkörper und Handbrausenanschluss kurz nach dem Einbau

Der Abwasseranschluss der bodentiefen Rinne wird nach rechts zum Schacht in der Badezimmerwand geführt.

Um eine Abstellmöglichkeit für Shampoo, Duschgel & Co. zu haben, wurde links eine kleine Mauer vor die T-Wand gemauert und später verputzt. Wem eine durchgehende Wand mit kleinen Mauernischen oder Beleuchtung gefällt, kann sich hier für seine persönliche Lieblingsduschwand entscheiden.

Der Waschtischbereich

Die Kopfseite der T-Wand bietet freien Raum für einen durchgehenden oder zwei getrennte Waschtische.

2013-04-07 T-Wand Bad Installationen 04

Fertige Waschtischwand mit Sanitär- und Elektroinstallationen

Die Anzahl der Wasser- und Abwasseranschlüsse ist abhängig von der Art des Waschtischs. Möchte man lediglich einen durchgehenden Waschtisch über die ganze Wandbreite montieren, genügt es, in der Mitte einen Wasser-/Abwasseranschluss zu installieren. Die Zuleitungen zum Waschtisch können vom Boden aus in den Wandschlitzen aufsteigen.

Zuleitungen der Waschtischwand. Der linke, rote Strang versorgt führt auf die WC Seite und versorgt von dort WC und Dusche

Zuleitungen der Waschtischwand. Der linke, rote Strang führt auf die WC Seite und versorgt von dort WC und Dusche mit Warm- und Kaltwasser (hier fehlt noch der Abwasseranschluss)

Die Elektroleitungen für Steckdosen neben dem Spiegel, Lichtschalter und eine Brennstelle werden dabei wie bei einer gewöhnlichen Unterputzinstallation in Wandschlitze verlegt und anschließend verputzt.

Der WC Bereich

Bleibt noch der WC Bereich, in dem alle Leitungen zusammenlaufen.

Unterputzspülkasten und Abwasserrohr für Waschtisch (rechts im Bild)

Unterputzspülkasten und Abwasserrohr für Waschtisch (rechts im Bild). Zugang rechts im Bild.

Zentrales Element ist der Unterputzspülkasten, an dem der WC-Sitz angeschlossen wird. Er verschwindet später hinter einer Trockenbauwand. Wird diese Vorwand über die komplette Breite des WC Bereichs ausgeführt, verdeckt sie damit auch die Zuleitungen zur Dusche (im Bild oben die schräg laufenden roten Leitungen hinter dem Kasten), den WC Abfluss (geht unten links weg) und das Abflussrohr des Waschtischs (im Bild rechts in der Ecke). Lässt man die Trockenbauwand oberhalb des Spülkastens enden, erhält man später auf diese Weise noch eine Ablagefläche oberhalb des WCs.

Die zentrale Abflussleitung führt im Boden nach links weg

Die zentrale Abflussleitung führt im Boden nach links weg

Die Durchführungsöffnung für den Unterputzkörper befindet sich bei dieser Bauweise dann genau hinter dem Unterputzspülkasten.

Blick hinter den Spülkasten: die Öffnung für den Unterputzkörper der Duscharmatur wurde mit grauem Bauschaum ausgeschäumt

Blick hinter den Spülkasten: die Öffnung für den Unterputzkörper der Duscharmatur wurde mit grauem Bauschaum ausgeschäumt

Im Ergebnis…

Sicher gibt es auf dem Bau immer mehrere Möglichkeiten, verschiedene Anschlüsse und Probleme zu lösen. Der Vorteil dieser Lösung ist die zentrale Zusammenführung aller Leitungen, die Möglichkeit fast alle Leitungen zeitsparend auf den Wänden zu installieren und die Chance, im Fall der Fälle an alle Leitungen wieder heranzukommen, indem nur eine Trockenbauwand geöffnet werden muss.

Von F

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8 Antworten zu “T-Wand im Bad: Installationen

  1. Alle sehr gut erklärt. So haben wir das auch gemacht, allerdings komplett mit Ständerwerk. Wir hatten aber im T-Stück nur die Leitungen für den Doppelwaschtisch.

    • Hallo Martin,
      dankeschön. Wollte Dir noch kurz auf Deinen Kommentar antworten, aber Du hast die Bilder und den Text schon selber entdeckt.
      Kannte bislang auch nur die Variante mit Ständerwerk, aber wie es beim Bauen so ist: man lernt nie aus und es gibt immer einen, von dem man noch lernen kann.

  2. Wir haben fast den gleichen Grundriss für unser Bad geplant. Sind derzeit am umbauen. Mich würden fertige Fotos von eurem Bad total interessieren. Sieht echt Klasse aus. Auch die Idee mit den Spots an der Wand merk ich mir gleich mal vor! 🙂

  3. Hey 🙂 auch, wenn euer Hausbau schon etwas her ist, hoffe ich, du kannst mir evtl. trotzdem weiterhelfen.
    Mein Partner und ich sind gerade am Bauen und in unserem Badezimmer wird es auch eine so tolle T-Wand wie bei euch geben…leider rät uns unser Architekt momentan von einer gemauerten Wand ab, da diese scheinbar nicht stabil genüg wäre. Die Alternative (Wand aus Geberit Installationssystemelementen) wäre jedoch extrem teuer.

    Kannst du mir evtl. mitteilen, welche Steine/Materialien ihr für eure T-wand verwendet habt? Soweit ich gelesen habe und auf den Bildern sehen konnte ist diese auch nur 10cm stark.
    Ich nehme jetzt einfach mal an, dass die Wand seit her an Stabilität noch nichts verloren hat, oder? 😉

    Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

    • Hallo Sina,
      die Wand ist aus 10cm Gipswandbauelementen. Warum sollte eine gemauerte Wand, wenn sie richtig gemauert ist, nicht stabil sein?
      Die Wand zwischen Dusche und WC könnte auch aus normalen Porenbetonsteinen sein, bin da nach so langer Zeit nicht mehr sicher, aber die Leitungen müssen ja unterputz verlegt und die Armaturen eingebaut werden.
      Im WC Bereich ist eine normale Trockenbauabkastung dazu gekommen damit der Spülkasten verschwinden kann.

      Auch nach jetzt fast 4 Jahren keine Probleme.
      Gruß
      F

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