Strom im Haus

Wartet auf den EInbau Energieversorger:

Wartet auf den Einbau durch den Energieversorger: die Schraubsicherung

Gestern Nachmittag meldete sich der Chef der Elektrofirma: morgen früh würde der Mitarbeiter, der die Elektroinstallation bei uns im Haus gemacht hat, sich mit dem Stromversorger im Haus treffen, um die Zähler einzubauen. Wenn ich um 8:30 Uhr Zeit hätte, könnte ich mit ihm über die weiteren Elektroarbeiten und die Schalterserien sprechen. Traf sich gut, denn Gründonnerstag wollte ich sowieso freinehmen.

Also traf man sich am 143. Tag seit Baubeginn zu dritt im Haus.

Einbau der Zähler

Vor neun Tagen wurde der Schaltschrank installiert und die Sicherungskreise nach und nach eingebaut. Seitdem fehlten für Strom im Haus und die Wärmepumpe nur noch die Zähler.

Der Installateur des Stromversorgers inspizierte als erstes die Schaltung im  Verteilerkasten und die Schalteinrichtung für die Wärmepumpe.

Der Verteilerschrank hat Platz für zwei Zähler: Haushaltsstrom und Wärmepumpe

Der Verteilerschrank hat Platz für zwei Zähler: Haushaltsstrom und Wärmepumpe

Mit wenigen Handgriffen sind die Zähler eingesetzt

Mit wenigen Handgriffen sind die Zähler eingesetzt

Auch bei den Stromzählern hat sich die Technik weiterentwickelt: wo früher ein großer, schwarzer Zähler mit der drehenden Ferraris-Scheibe saß, finden heute zwei vollelektronische Zähler platz, bei denen sich nichts mehr dreht, sondern nur ab und zu eine kleine LED leuchtet.

2013-03-28 Inbetriebnahme Strom 04

Die elektronischen Stromzähler sind deutlich kleiner als die alten Ferraris-Zähler

Die untere Hälfte des Verteilerschranks wurde vom Energieversorger verplombt

Die untere Hälfte des Verteilerschranks wurde vom Energieversorger verplombt

Der Mitarbeiter des Stromversorgers hatte aber noch etwas dabei, wovon wir bisher noch nichts gehört hatten: eine Zeitschaltuhr für den Wärmepumpenstrom. Und das mussten wir uns erstmal erklären lassen.

Strom für die Wärmepumpe: so funktioniert’s bei unserem Netzanbieter

Der Strom für die Wärmepumpe wird über diese Schaltuhr kontrolliert

Der Strom für die Wärmepumpe wird über diese Schaltuhr geregelt

Für Wärmepumpen bieten die Stromversorger eigene Tarife an, die unter dem Preis für Haushaltsstrom liegen. Die Wärmepumpe benötigt Strom für den Verdichter in der Außeneinheit (der die Wärme aus der Umgebungsluft gewinnt) und die Steuerung. Wenn die Außentemperatur so sehr fällt, dass die Außeneinheit nicht mehr genug Wärme gewinnen kann, wird die Heizsonde zugeschaltet. Diese darf nur an den Haushaltsstrom angeschlossen werden.

Nachtrag: seit dem 1. Januar 2013 erlauben einzelne Netzbetreiber, dass die Zusatzheizung ebenfalls über den günstigeren Wärmepumpenstrom laufen darf. Nachfragen lohnt sich und spart bares Geld.

Strom ist nicht gleich Strom

Während man beim Haushaltsstrom den Anbieter frei wählen und wechseln kann, ist man bei Strom für eine Wärmepumpe an den lokalen Stromversorger gebunden. Wechseln geht nicht. Und scheinbar unterscheiden sich die Abrechnungsverfahren auch. Bisher haben wir in anderen Baublogs gelesen, dass viele Stromversorger Zähler einbauen, die Strom je nach Uhrzeit in einem Haupt- und Nebentarif unterteilen (sogenannte Zweitarifzähler), wobei Strom in der Nebentarifzeit (in der Nacht) deutlich günstiger ist.

Der Wärmepumpenstrom unseres Grundversorgers läuft über einen eigenen Zähler und der Tarif gilt den ganzen Tag. Bis auf ein paar Ausnahmen: in den Spitzenzeiten schaltet eine elektronische Uhr den Wärmepumpenstrom ab.

Diese Aussage des Installateurs klingt erstmal unlogisch: „Die Uhr schaltet den Wärmepumpenstrom in den Spitzenzeiten aus“. Aber wir müssen doch heizen? Also nochmal genau nachgefragt: der Wärmepumpenstrom steht für zwei Stunden pro Tag nicht zur Verfügung. Diese zwei Stunden sind in drei Blöcke verteilt: von 11 Uhr bis 12 Uhr und jeweils eine halbe Stunde gegen 14 Uhr und eine halbe Stunde nach 17 Uhr. Diese Zeiten werden vom Netzbetreiber fest in die Zeitschaltuhr einprogrammiert. Trotzdem steht die Wärmepumpe in dieser Zeit nicht einfach ohne Strom herum. Die Uhr schaltet den Strom für die Wärmepumpe einfach auf den Haushaltsstrom um.

Im Moment können wir nicht sagen, ob dieses Verfahren oder ein Zweitarifzähler günstiger ist. Allerdings spielt es keine Rolle, denn beim Wärmepumpenstrom gibt es im Moment keinen Wettbewerb auf dem Strommarkt, zu einem anderen Anbieter wechseln geht also nicht ohne weiteres (das wussten wir allerdings schon).

Nachtrag: mittlerweile ist auch Wärmepumpenstrom frei vergleichbar und ein Stromkostenvergleich über die bekannten Vergleichsportale (z.B. über den Link oben) ist möglich. Es lohnt sich zu vergleichen!

Energie!

Nachdem im Schaltschrank alles am richtigen Platz und ordnungsgemäß verplombt war, wurden die Starkstromsicherungen in den Hausanschlusskasten eingesetzt und auch dieser Kasten mit einer kleinen blauen Plombe versiegelt.

Die Panzersicherungen werden eingesetzt

Die Panzersicherungen werden mit einem Schutzhandschuh eingesetzt

2013-03-28 Inbetriebnahme Strom 07

Ein paar Augenblicke später begannen die Zähler zu blinken und die darin eingebauten Zählcomputer fuhren hoch.

Die Zähler laufen

Die Zähler laufen

Der Elektriker installierte am Vormittag die ersten Steckdosen und damit war es soweit: unser Haus hat Strom, der Baustromzähler kann jetzt endlich weg.

Läuft!

Läuft!

Von F

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2 Antworten zu “Strom im Haus

  1. Hallo, sehr schöner Blog.
    Und was mir als Elektroingenieur besonders gefällt ist Eure ausführliche Beschreibung der Technik im Haus. Macht Spaß zu lesen!

    Viele Grüße.

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