Heizungssteuerung mit Homematic

2013-02-28 Hausautomation Heizung 05

Nachdem wir beim letzten Mal die Komponenten für eine Rolladensteuerung per Hausautomation zusammengestellt haben, geht es diesmal um die Steuerung der Heizungsanlage mit Homematic.

Steuerung der Fussbodenheizung

Um zu verstehen, wie sich per Hausautomation die Fußbodenheizung steuern lässt, haben wir zunächst bei mehreren Heizungsinstallateuren ausgekundschaftet, wie eine normale Fußbodenheizungsanlage funktioniert. Denn genau wie bei der Steuerung der Rolladen war uns wichtig, möglichst wenig in die Gewerke der Hausbaufirma einzugreifen, um jeder Diskussion über Gewährleistung aus dem Weg zu gehen.

Die Fußbodenheizung ist dabei viel leichter zu steuern, als man zunächst meint.

Heizungsanlage und Heizkreispumpe

Die Heizungsanlage (in unserem Fall eine Wärmepumpe) sorgt über verschiedene Sensoren dafür, dass das Wasser im Heizungskreislauf eine möglichst konstante Temperatur hat (die sogenannte Vorlauftemperatur).

Blick in den Heizkreisverteiler: oben der Zulauf unten der Rücklauf

Blick in den Heizkreisverteiler: oben der Vorlauf unten der Rücklauf

Mit Hilfe einer kleinen elektrischen Heizungspumpe wird das aufgeheizte Wasser vom Heizkessel zu den Heizkreisverteilern gepumpt. Die Heizkreisverteiler (pro Etage meist einer) verteilen das Wasser dann in die Heizungsschlangen im Fußboden der einzelnenen Räume.

Da die Wärme nur mit Hilfe der Heizungspumpe im Heizkreislauf bewegt wird, ist diese Pumpe fast durchgehend in Betrieb. Daher sollte man darauf achten, dass die Sanitärfirma ein möglichst energiesparendes Modell (wie beim Kühlschrank gibt es hier Energiesparklassen wie z.B. A+) einbaut. Diese Pumpen verbrauchen nicht nur weniger Energie für das Pumpen, sondern schalten sich auch selbständig ab, wenn keine Wärmeenergie mehr benötigt wird.

Die Heizschlangen der Fußbodenheizung im Wohnzimmer

Die Heizschlangen der Fußbodenheizung im Wohnzimmer

Über die Heizschlangen im Fußboden gibt die Heizung ihre Wärme an die Räume ab. Das Wasser im Heizkreislauf wird dabei kälter und fließt zurück zur Heizungsanlage. Die Heizungsanlage vergleicht über Sensoren laufend die Temperatur des aufgeheizten Vorlaufwassers mit der Temperatur des Rücklaufs. Solange das Wasser im Rücklauf deutlich kälter zurück kommt, als das „losgeschickte“ Wasser im Vorlauf, geht die Heizungsanlage davon aus, dass noch weiteres Warmwasser zum Heizen benötigt wird und heizt das Wasser auf.

Die Raumthermostate, Heizkreisverteiler und Stellventile

2013-02-28 Hausautomation Heizung 05

Hier kommen die Raumthermostate ins Spiel. In jedem Raum, in dem man es wohlig warm haben möchte, sollte ein Raumthermostat vorgesehen sein. Hier kann der Hausbewohner die für ihn angenehme Raumtemperatur einstellen.

Das Thermostat misst die Raumtemperatur. Ist es im Raum zu kalt, wird durch das Thermostat ein Stromkreis geschlossen und damit ein elektrischer Stellmotor gestartet. Dieser sitzt im Heizkreisverteiler auf dem Ventil für den Heizkreislauf des jeweiligen Raums. Die Stellmotoren öffnen oder schließen das Heizkreislaufventil und steuern damit den Wasserzufluss für den jeweiligen Raum. Sind alle Stellmotoren geschlossen (=es wird keine Wärme benötigt), fließt das Heizwasser nicht in die Räume, sondern direkt zurück zur Heizung. Diese stellt fest, dass die Vorlauf- und die Rücklauftemperatur fast identisch sind und hört auf, weiter zu heizen. Erst wenn die Raumthermostate die Ventile wieder öffnen und Wasser durch die Heizschlangen fließt, beginnt die Heizung wieder mit dem Aufheizen des Heizungswassers.

Einbau der Hausautomation

Um die Heizung im eigenen Heim über die Hausautomation zu steuern, ist ein Eingriff in die Heizungsanlage nicht erforderlich. Die Steuerung spielt sich nur im Bereich der Raumthermostate und der Stellmotoren ab. Denn die (meist nur von einer Fachfirma zu verstehende) Heizungsanlage folgt später nur der Anforderung der einzelnen Heizkreise.

Und daher braucht es nur wenige Komponenten für die elektronische Steuerung der Fußbodenheizung:

Komponenten zur Steuerung der Fußbodenheizung: Homematic Zentrale, Raumthermostat und Funkaktor

Komponenten zur Steuerung der Fußbodenheizung: Homematic Zentrale, Raumthermostat und Funkaktor

In jedem Raum erforderlich ist ein Raumthermostat von Homematic.

Funk-Wandthermostat HM-CC-TC

Funk-Wandthermostat HM-CC-TC mit Wandmontageplatte

Hierfür hat EQ3 das Funk-Wandthermostat HM-CC-TC im Angebot. Per Funk sendet es die aktuelle Raumtemperatur und  Luftfeuchtigkeit an die Homematic Zentrale CCU-1. Anders als bei der Rolladensteuerung oder dem Steuern von Licht ist für die Steuerung der Heizung in jedem Fall eine Zentrale erforderlich. Hier wird die Programmierung der Heizung gespeichert und werden die Steuerungswerte wie die minimale und maximale Raumtemperatur und auch die Steuerung der Raumtemperatur über den Tagesverlauf hinterlegt.

Die Thermostate senden ihre Messwerte alle 120 bis 184 Sekunden an die Zentrale. Die Laufzeit der Batterien beträgt laut Homematic 2 Jahre.

Solltemperatur nur über die Zentrale?

Was wir noch nicht abschließend klären konnten ist, ob die gewünschte Raumtemperatur nur über die Zentrale oder auch direkt über die Raumthermostate eingestellt werden kann. Die Thermostate lassen sich, wie viele Homematic Komponenten, mit diversen Geräten verbinden. So kann das Thermostat auch benutzt werden, um einen Stellmotor für einen normalen Wandheizkörper direkt zu steuern. In diesem Fall wird keine Zentrale benötigt.

Bei einem ersten Schnelltest haben wir gelesen, dass bei einer Kopplung des Thermostats direkt mit der Zentrale die gewünschte Raumtemperatur nicht mehr über das kleine Drehrad am Thermostat eingestellt werden kann, sondern nur noch direkt über die Zentrale. Die Thermostate senden dann nur die gemessene Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Das würde eine gewisse Einschränkung beim Bedienkomfort bedeuten. Ob es tatsächlich so ist, können wir jedoch aktuell noch nicht sagen, weil wir die Programmierung bislang nur grob ausprobieren konnten. Womöglich gibt es da doch eine Möglichkeit, wenn man nur ein bisschen sucht.

Zuverlässigkeit der Funk-Thermostate

Sind die Thermostate einmal mit der Zentrale gekoppelt, unterhalten sich beide über das BidCos Protokoll von Homematic. Ein Funkprotokoll, dass in zwei Richtungen kommuniziert. Das Thermostat sendet die gemessenen Werte und die Zentrale bestätigt, dass die Werte korrekt empfangen wurden. Gleichzeitig weiß die Zentrale, dass es den Sensor gibt. Sollte der Sensor keine Werte mehr senden oder ausfallen, bemerkt die Zentrale dies und meldet es als Störung, so dass man sicher sein kann, dass die Kommunikation zuverlässig läuft. Vorteil der batteriebetriebenen Sensoren ist zudem, dass man den Montageort jederzeit wechseln kann, sollte später mal ein Schrank genau dort hinkommen, wo beim Einzug noch ein Thermostat hing.

Steuerung der Stellmotoren

Funkaktor mit vier Kanälen

Funkaktor HM-LC-Sw4-DR mit vier Kanälen

Mit Hilfe der in der Zentrale gespeicherten Werte für die Raumtemperatur steuert die Programmierung, ob das Ventil für den Heizkreislauf geöffnet oder geschlossen werden muss. Ist also für die Küche eine Temperatur zwischen 18° und 21°C festgelegt und das Thermostat meldet, dass die Temperatur auf 18°C gefallen ist, wird an einen Aktor der Befehl „Stromkreis schließen“ geschickt. Dieser schließt den Stromkreis des zugehörigen Stellmotors, worauf sich das Ventil öffnet und warmes Wasser in den Heizkreislauf der Küche fließt. So lange, bis die Raumtemperatur 21°C erreicht hat und das Ventil wieder geschlossen wird.

Fußbodenheizung ist träge

Hierbei sind ein paar Dinge wichtig zu wissen: Fußbodenheizungen sind sogenannte träge Heizungssysteme. Anders als ein Wandheizkörper reagieren sie sehr langsam und benötigen länger um eine bestimmte Temperatur zu erreichen, als ein kleiner Heizkörper an der Wand. Die Temperaturunterschiede zwischen Minimum und Maximum sollten daher nicht so extrem wie bei Wandheizungen gewählt werden. Außerdem kann diese Trägheit bedeuten, dass der Heizkreislauf schon geschlossen werden kann, bevor die Maximaltemperatur erreicht wurde. Zuletzt sollte berücksichtigt werden, dass bei einer Absenkung der Heizung während des Arbeitstages die Heizung frühzeitig wieder aufwärmen muss, damit das eigene Heim nicht bei der Rückkehr kalt ist. All diese Werte gilt es in den ersten Wochen nach dem Einzug auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.

Dennoch sollte man gerade bei den heutigen Energiepreisen überlegen, dass sich mit einer klugen Heizungssteuerung recht leicht Geld einsparen lässt, wenn sich die Heizung an die persönlichen Lebensgewohnheiten anpasst.

Was im Heizkreisverteiler passiert

Stellmotor von Zewotherm mit NC Eigenschaft (normally closed = stromlos geschlossen)

Stellmotor von Zewotherm mit NC Eigenschaft (normally closed = stromlos geschlossen)

Im Heizkreisverteiler werden die elektrischen Stellmotoren auf die Ventile montiert. Die 230V Anschlussleitungen werden an die Homematic Aktoren angeschlossen. Sofern ein Raum aufgrund seiner Größe mehrere Heizkreise und damit Stellmotoren hat, werden diese zusammen auf einen Anschluss des Aktors gelegt. Damit gibt es pro Raum ein Thermostat und jeweils einen Kanal auf dem Aktor.

Stellmotor und Anschlusskabel

Stellmotor und 230V Anschlusskabel

Es ist sinnvoll, mit dem Sanitärinstallateur über die Größe des Heizkreisverteilers zu sprechen. Je nachdem, wieviel Platz nach dem Einbau der Heizkreise noch verbleibt, können die Aktoren samt Hutschiene in den Schrank montiert werden.

Im OG Heizkreisverteiler ist rechts noch Platz zum Einbau einer Hutschiene für zwei Homematic Aktoren (im Bild liegen die Stellmotoren für den späteren Einbau)

Im OG Heizkreisverteiler ist rechts noch Platz zum Einbau einer Hutschiene für zwei Homematic Aktoren (im Bild liegen bereits die Stellmotoren für den späteren Einbau)

In unserem Fall ist im Erdgeschoss trotz des größtmöglichen Verteilers kein Platz mehr, so dass wir für die Aktoren einen kleinen Elektroverteiler darüber montieren müssen und alle Stellmotorleitungen zum Verteiler verlegen. Hört sich viel wilder an, als es tatsächlich ist.

Was entfällt und vorher abgesprochen werden muss

In unserem Fall sind die Raumthermostate samt Stellmotoren im Leistungsumfang des Elektrikers. Daher haben wir mit ihm abgesprochen, dass er nur die Stellmotoren liefert. Da er jedoch weder die Thermostate, noch die elektrischen Leitungen vom Raumthermostat bis zum Heizkreisverteiler montieren muss, haben wir hierfür eine Gutschrift vereinbart. So spart man auf diesem Weg einen Teil der Kosten für die Hausautomation wieder ein.

Zusammenfassung Steuerung der Fußbodenheizung

  • Funk-Wandthermostat HM-CC-TC
  • Funkaktor HM-LC-Sw4-DR
  • Homematic Zentrale CCU-1

Was kommt

Bleibt eigentlich „nur noch“ der Bereich „Steuerung der Beleuchtung“. Hier gibt es auch noch ein paar sehr interessante Module und Möglichkeiten, die sich hoffentlich in etwas weniger Worten gut beschreiben lassen.

Sicherlich sind die Artikel zur Technik hinter der Hausautomation etwas „länglich“, dennoch hoffe ich, dass sie all jenen etwas weiterhelfen, die sich für die Technik hinter einer Hausautomation interessieren und überlegen, ob es vielleicht etwas für das eigene Heim sein könnte.

Wenn Ihr mögt, freue ich mich über Fragen oder Feedback.

Von F

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16 Antworten zu “Heizungssteuerung mit Homematic

  1. Hi, dass ist ein sehr interessanter und informativer Artikel (und Euren Blog finde auch sehr gut). Da ich mich auch mit der Homematic beschäftige, eine Frage: Habt Ihr schon erste Erfahrungen mit der Steuerung Eurer Fussbodenheizung gesammelt ? Insbesondere mit dem Trägheitsverhalten. Vielen Dank und macht weiter so !

    • Hallo Frank,
      dankeschön für Dein Lob. Freuen uns immer sehr über so freundliches Feedback.
      Nachdem die Ventilsteuerung schon länger installiert ist, haben wir vergangene Woche die Raumthermostate installiert.
      In der Zentrale waren ein paar einfache Programme erforderlich, damit die Wohlfühltemperatur an den Thermostaten eingestellt werden kann und in der Zentrale gespeichert wird.

      Die Programmierung der Ventilsteuerung wird voraussichtlich in dieser Woche begonnen. Nach vielem Einlesen wird es wohl eine Pulsweitenmodulation werden (wer den Begriff nicht kennt: dazu bald mehr).

      Auf die Trägheit war ich ebenfalls sehr gespannt, daher habe ich in drei Räumen mit der Bodenheizung und den Thermostaten experimentiert und die Heizkurven aufgezeichnet (auch hierzu sicherlich später einmal mehr).
      Resultat: eine Fußbodenheizung ist enorm träge. Vom Öffnen eines Heizkreises (Gästezimmer mit 20 qm) bei 18°C Raumtemperatur bis zum Erreichen von 23 °C vergehen locker 24 Stunden. Dafür bleibt die Wärme aber auch schön gespeichert.
      Daher hatte ich an anderer Stelle schonmal geschrieben: allein für die Steuerung einer Fussbodenheizung ist die Anschaffung einer Hausautomation wegen der Trägheit sicherlich nicht sinnvoll. Das können einfache Raumthermostate genauso gut. Die Steuerung führt im regulären Betrieb bei einer Fußbodenheizung voraussichtlich nicht zu nennenswerten Einsparungen.

      Wer aber sowieso eine Hausautomation für z.B. Rollos, Licht oder Sicherheit plant, kann damit sehr komfortabel auch diesen Bereich mitsteuern.

      Das Thema finde ich sehr spannend und die vielen Fragen im Blog und per Mail zeigen, dass es da großes Interesse gibt. Daher versprochen: wir werden berichten!
      Beste Grüße
      F

  2. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich stimme Dir zu, dass nur wegen der Fussbodenheizung sich so etwas nicht lohnt. Ich möchte später gerne auch noch mehr machen (wenn die Kinder und meine Frau es zulassen 😉 , weshalb ich nicht eine CCU als Steuerung verwende, sondern mir FHEM auf meiner Fritzbox gepackt + einen entsprechenden Sender/Empfangsusbstick besorgt habe. Auch stimme ich Dir zu, dass damit nicht unbedingt Energie/Geld einzusparen ist, vor allem, wenn man die Gesamtinvestion betrachtet. Aber wie sagte mal jemaden in einem anderen Hausautomatisierungsforum: „Andere haben eine Modeleisanbahn und ich meine Haussteuerung“. Ich werde jetzt auch erst einmal Tests bezüglich der Trägheit bei uns machen.

  3. Konntest du inzwischen schon herausfinden, ob man (auch bei Einsatz der CCU) die Solltemperatur eines Raumes über das Funk-Thermostat einstellen kann?

    • Hallo Ralf,
      ja, das ist möglich.
      Die Solltemperatur lässt sich direkt am Raumthermostat über das Drehrad einstellen und wird von der CCU als Wunschtemperatur für die Regelung übernommen. Auch die umgekehrte Richtung ist möglich (Einstellung in der Weboberfläche der CCU und Übertragung an die Raumthermostate).
      Ausserdem lassen sich die Thermostat-Sonderfunktionen (Party, Urlaub, Zeitprogramme, Nachtabsenkung) an den Thermostaten einstellen und werden von dort von der CCU übernommen (ebenfalls in beiden Richtungen).

  4. Mich würde interessieren, wie Ihr mit der Steuerung zufrieden seid und welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

    Ich hatte Mitte 2012 damit begonnen meine Mietswohnung in einem Mehrfamilienhaus mit FS20 (Licht, Steckdosen für TV&Co) und funkgesteuerten Rolladen auszurüsten. Ende 2012 sollte dann die Steuerung der FB in einigen Räumen dazu kommen. Auf Grund der unidirektionalen Kommunikation (d.h. ich weiss nicht ob der Unterputz-Aktor der FB geschaltet hat) und der Größe der Komponenten bei FS20 habe ich mich für HM entschieden. Ziel war weniger die „Steuerung“ als eine Optimierung. Im Bad wurde immer wieder vergessen, das Fenster zu schliessen und das Wohnzimmer wurde vormittags beheizt (wenn keiner da ist) und nachmittags von der Sonne weiter aufgeheizt.
    Da ich bereits FS20 benutzte, habe ich als Zentrale FHEM und CUNO gewählt und diese mit HMLAN erweitert. Die Programmierung inkl. Hysterese und Auswertung der Fenster-Sensoren habe ich selber geschrieben (zu finden im Archiv des FHEM-Forum). Die Sollwerte werden entweder vom Thermostat übernommen oder von FHEM vorgegeben. Somit kann ich am Thermostat die Soll-Temp. der Raumnutzung an verschiedenen Tagen entsprechend als Profil vorgeben und bei Bedarf kurzzeitig per Manual-Mode übersteuern.
    Die mechanischen Wand-Thermostate (alte, ohne Nachtabsenkung) wurden durch Unterputz-Aktoren ersetzt, so dass kein Eingriff an der Heizung nötig war. Die mech. Thermostate sind simple, temperaturgesteuerte Ein-/Aus-Schalter und lassen sich 1:1 durch Aktoren ersetzen.

    Mein Fazit:
    Eine Optimierung ist auf Grund der Trägheit begrenzt möglich. Im Wohnzimmer (groß, gut isoliert, Laminat) ist die Trägheit sehr groß. Eine Optimierung besteht hier nur darin, dass bei länger geöffneter Balkontür nicht weiter geheizt wird und ich vor der Rückkehr aus dem Urlaub remote die Temperatur wieder anheben kann (im Urlaub wird per Manu-Mode dauerhaft abgesenkt). Ein moderner Thermostat mit Nachtabsenkung wäre hier ausreichend, wenn die Zeit bis späten Vormittag einstellbar ist.
    Im Bad (klein, Steinfussboden) sind zwei Heizphasen am Tag eingestellt. Dies funktioniert gut. Ein Zwischenheizen per Manu-Mode ist noch machbar, z.B. Einschalten vor dem Training, dann ist das Bad nachher warm.
    Generell sollte die Absenktemp. nur knapp unterhalb der gewöhnlichen Raumtemperatur liegen. Kühlt der Raum zu stark aus, ist ein sinnvolles Steuern auf Grund der Trägheit nicht möglich. In meinem Steuermodul werte ich nur Ist- und Soll-Temp. zum aktuellen Zeitpunkt aus. Eine vorausschauende Berechnung der Schaltzeiten anhand der akt. Temperatur und der nächsten Erhöhung/Zeitpunkt der Soll-Temp. könnte man anhand einer Wurzel-T-Formel vielleicht noch einbauen.
    Schwachpunkt sind die ungenauen und trägen HM-Thermostate. Zwei Thermostate nebeneinander zeigen Abweichnungen von 1-1,5 Grad. Die Genauigkeit hängt auch vom Standort ab. Direkt neben der Tür, an der Stelle des alten mech. Thermostats ist eine Messung nicht sinnvoll möglich (Abweichungen zur echten Raumtemperatur von mehreren Grad wurden gemessen). Beim Lüften im Winter fällt die gemessene Temperatur deutlich langsamer ab, als die reale Temperatur. Mal sehen, ob die gerade erschienenen neuen HM-TC-IT-WM-W-EU hier besser arbeiten.
    HMLAN und HM-Sec-SC arbeiten zuverlässig. Beim HM-Sec-SC besteht die Gefahr die kleine Plastiknase zur Verriegelung versehentlich abzubrechen! Eine Metallzunge wäre besser.

    Bei einem Einfamilienhaus würde ich die Raumtemperaturen relativ zueinander über den hydraulischen Abgleich einstellen und das gesamte Haus per Vorlauftemp. regeln. Dann bieten sich normaly opened Ventile an. Die Einzelraumreglung muss dann nur noch gegen äußere Einflüsse, z.B. Sonneneinstrahlung, gegensteuern. Eine Steuerung über die Messung der Raumtemp. ist die schwächste mögliche Lösung.

    • Hallo Jan,
      viele Deiner geschilderten Erfahrungen kann ich nach rund drei Monaten, die unser System nun zuverlässig läuft, ebenfalls bestätigen.
      Um Deine Eingangsfrage zu beantworten: ja, wir sind mit mit der Steuerung der Fussbodenheizung über das Homematic System sehr zufrieden.
      Und wir würden uns wieder dafür entscheiden.
      Das eigenentwickelte System läuft vollkommen zuverlässig.

      Vollkommen richtig ist, dass zu aller-aller-erst die Heizungsanlage richtig eingestellt sein muss, heißt: Hydraulischer Abgleich, Vorlauftemperatur und Heizkurve müssen auf das Haus und das eigene Wohlfühlgefühl abgestimmt sein (hier trennen sich die guten von den „keine-Zeit,-das-können-sie-selbst-besser“ Installateuren).
      Mit einer Hausautomation „gegen“ eine falsch oder nicht eingestellte Heizungsanlage zu regeln, wird zu Frust und Temperaturschwankungen (bei der Heizung und den Gemütern der anderen Familienmitglieder) führen.

      Viele Grüße
      F

  5. hallo wbuh123
    ich habe mir auch die Komponeten für die Steuerung der Fußbodenheizung gekauft und mich würde interessieren, ob Du mir evtl. die Programmierung der Zentrale zur Verfügung stellen könntest.

    Vielen Dank und schöne Grüße

    Dirk

      • Hallo F. :-),

        auch ich bin sehr an deiner Regelung der FBH über Homematic interessiert. Könntest Du mir bitte die Programmierung zur Verfügung stellen? Weiterhin sprichst Du von einem eigen-entwickelten System. Was ist darunter zu verstehen?

        Viele Grüße
        Frank

      • Hallo Frank,
        Auch nach langem Suchen hab ich nichts finden können, das die mir wichtigsten Features erfüllt:
        – Sollwerte direkt an den Thermostaten einstellbar
        – Nutzen der Thermostatfunktionen wie „Urlaub“
        – Zentrale Urlaubsabsenkung / Gästezimmerabsenkung
        – Fernsteuern der Thermostatmodi
        – Schwankungsfreie Temperaturregelung der FBH
        – automatische Erkennung von Thermostaten und zugehöriger Aktoren ohne „harte Codierung“, die Komponenten werden erkannt und durchlaufen eine zentral gepflegte Logikfunktion, Komponenten können ausgetauscht werden, ohne die Programmierung zu verändern
        – automatische Verwendung von mehreren Thermostaten in großen Räumen mit mehreren Heizkreisen
        – Absicherung bei Stromausfall / Reset der CCU
        – Zwangsventilfahrten während des Sommerbetriebs
        – Messung der Ventilöffnungszeiten zur Prüfung, ob das Verhältnis von Vorlauftemp und Bedarf im Heizkreis passt

        Eine fertige Lösung dafür gab es nicht, daher war halt viel Eigenentwicklung erforderlich.
        Der Code ist jedoch bis auf weiteres nicht öffentlich verfügbar, bitte um Verständnis.

        Viele Grüsse
        F

  6. Absicherung bei Stromausfall

    Diese Problem hatten wir – natürlich – genau zu dem Zeitpunkt, als wir in Urlaub waren und die Zentrale schlicht nicht mehr via VPN erreichbar war: eine Sicherung hatte angesprochen und die Stromversorgung der Zentrale unterbrochen.
    Ein anderes Mal war die Zentral hängen geblieben … – wie es Computern eben ab und an so beliebt.

    (Wir steuern mittlerweile ein Bungalow mit drei Wohneinheiten über HM CCU2. Es sind über 150 Aktoren und Sensoren integriert. Gesteuert werden Licht, Heizung, Rolladen, Türöffner, etc..)

    Maßnahmen:

    1. Notstromversorgung
    2. Zwei weitere Zentralen
    3. Zwei Steckdosenschaltaktoren

    Hintergrund:

    1. Die Notstromversorgung hält einige Tage Stromausfall durch, um die drei Zentralen zu versorgen.

    2. Die beiden weiteren Zentralen werden wie folgt eingesetzt:
    A kontrolliert B und C
    B und C lassen via Programm alle fünf Minuten, jeweils zeitversetzt um zwei Minuten, einen – an alle drei Zentralen angemeldeten – Schaltaktor schalten.
    A prüft entsprechend den Zustand des Schaltaktors.
    Ist der Schalfaktor OFF statt, wie erwartet ON, wird eine Variable Aktor_OFF gesetzt. Ist der Status beim nächsten Zyklus identisch, wird die Variable Zentrale_Notbetrieb auf WAHR gesetzt, gleichzeitig der Steckdosenschaltaktor der hängenden Zentrale aus- und die Notzentrale eingeschaltet, sowie eine Mail mit dem Status Notbetrieb gesendet.

    Via VPN auf A kann man dann den Schalfaktor für die ausgefallene Zentrale wieder einschalten. Ist die VPN-Verbindung auf diese erfolgreich, kann der Steckdosenschaltaktor der Notzentrale wieder ausgeschaltet werden.

    Auf diese Weise ist sichergestellt, dass bei Ausfall einer Zentrale automatisch die zweite Zentrale aktiv wird und die Haussteuerung übernimmt.

    Wichtig ist natürlich, dass Programmänderungen auf einer der beiden Zentralen stets auch auf die zweite überspielt werden ;-).

    Seither könne wir beruhigt in Urlaub fahren.

    • Ok, Respekt! Das war sicherlich einiges an Aufwand. Aber gut wenn es funktioniert.
      Wir sind zwischenzeitlich komplett weg von der CCU von Homematic, die „Programmierung“ war mir irgendwie zu umständlich.
      Und irgendwann kam es dazu, dass zwei Komponenten und die CCU1 dauerblinkten und nichts mehr ging. Nach einem Neustart waren die Komponenten kaputt und die CCU auch.
      Wir sind dann auf Homegear und openHAB umgestiegen und die Zentrale läuft seitdem wie ne 1!

      Aber Dein beruhigstes Gefühl, im Urlaub mal zu Hause nach dem Rechten sehen zu können, kann ich gut nachvollziehen!
      Beste Grüße
      F

  7. Hallo zusammen,

    ich bin echt beigeistert davon wie ihr alle eure Wohnung / Haus „Smart“ umgestaltet habt und würde gerne auch unsere Fußbodenheizung von stinknormalen mechanischen Thermostaten auf Homematic IP umrüsten und hätte ein paar Fragen an erfahrenere Homematic Benutzer.

    Wir haben in unserer Wohnung eine 7 ventilige Fusbodenheizung mit 230V Stellmotoren und 4 mechanischen Raumthermostaten im Mehrfachrahmen verbaut.

    4 Kreisläufe 1 Thermostat ( Wohnzimmer, Flur ) der restlichen 3 Kreisläufe einzelnd angeschlossen ( Küche, Bad & Schlafzimmer )

    Empholen wurde mir folgende Komponenten

    Homematic IP Fußbodenheizungsaktor 10fach/230 V
    HomeMatic IP Wandthermostat HMIP-WTH-2 ( 4 Stück )
    HomeMatic IP Home Control Access Point ( Smartphone Steuerung )

    Da es sich aber um eine Mietwohnung handelt und die ganze verkabelung zu den jeweiligen Unterputzdosen ja da ist bin ich auf folgende Idee gekommen.

    In den einzelnen Räumen die mechanischen Thermostate ausbauen und jeweils mit der kombination IP Wandthermostat HMIP-WTH-2 und Homematic IP Schalt-Mess-Aktor – Unterputz HmIP-FSM oder HmIP-BSM, für die Smartphone Steuerung den Home Control Access Point .

    Nur weiß ich leider nicht ob das alles miteinander kompatibel ist und ob die Thermostate auch dem jeweiligen Aktor zu geordnet werden können oder nachher kreuz und quer schalten?

    Ich danke euch schonmal für jede gute Idee oder hilfreiche Antwort

    Grüße
    Stefan

    • Hallo Stephan,

      leider kann ich Dir zu Homematic IP keine Hinweise geben, weil ich dieses System nicht einsetze.
      In unserem Haus läuft inzwischen Homematic für die Aktoren und Sensoren und openHAB auf Basis einen Raspberry Pi 3.
      Die Raumthermostate nutze ich für die Ermittlung der Raumtemperatur und der gewünschten Raumtemperatur.
      Beides wird in openHAB ausgewertet und daraufhin den Hutschienenaktoren ein Befehl zur Öffnung für die benötigte Zeit gegeben.
      Dadurch erhalten die Stellantriebe Strom und öffnen entsprechen.
      Insbesondere bei Fußbodenheizungen ist wichtig zu wissen, dass es sich um ein sehr träges Syste handelt. Es ist daher nicht damit getan einen einfachen Soll-/Ist Vergleich oder eine An-/Aus Steuerung zur Steuerung zu verwenden.

      Da ich zu Homematic IP nichts sagen kann und auch nichts zu dem Fußbodenheizungsaktor, hoffe ich, Du kannst verstehen, dass ich hier nicht weiterhelfen kann.

      Viele Grüße
      F

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