Gartenproblem gelöst

Absteckung_02

Was zuvor geschah

Wenige Tage bevor es mit dem Spatenstich losgehen sollte, sprachen wir mit der Baggerfirma über ihr Angebot für den Erdaushub und das Bodenpolster. Größte Position war ein vierstelliger Betrag für „Boden abgefahren incl. Deponiegebühren“.

Da der Tiefbauer den kompletten Boden inklusive dem Mutterboden abfahren wollte, hakten wir nach, ob es nicht sinnvoller wäre, diesen zumindest zum Teil auf dem Grundstück zu lassen, weil sicherlich im Garten einiges angeglichen werden müsste. Schließlich kann man auch mit bloßem Auge erkennen, dass unser Grundstück ein leichtes Gefälle über die Rückseite des Hauses hat.

Doch uns wurde davon abgeraten. Wenn man die Höhenangaben vom Vermesser sieht, wäre auf der einen Seite eigentlich zu viel und das müsse man dann sowieso auf die andere Seite bringen. Damit würde es sich im Ergebnis ausgleichen. Er könnte den Boden da lassen, aber wir würden ihn nachher nur mit Aufwand wegbekommen.

Für uns war es schwer, soetwas zu beurteilen, denn ohne dass die Bodenplatte fertig ist, kann man als Laie nicht erkennen, ob das Fundament nachher zum Teil aus dem Boden ragt und wo der Garten später angeglichen werden muss. Und so schliefen wir eine Nacht darüber und ließen den Tiefbauer den Boden abfahren.

Besser hätten wir den Boden dabehalten

Besser hätten wir den Boden dabehalten

Als dann die Bodenplatte in der nächsten Woche fertig war, merkten wir schnell: die Entscheidung war falsch und wir hätten nicht auf den Tiefbauer hören sollen.

2013-01-31 Garten 08

Links liegt die Bodenplatte über dem Grundstück, rechts im Boden

Für uns wurde klar, dass wir einige Kubikmeter Mutterboden benötigen werden, um die Rückseite unseres Hauses gerade zu ziehen. Besonders ärgerlich: der Boden, der zwar Mutterboden ist, aber als Abraum entsorgt wird, kostet, wenn man ihn von der Deponie wieder kaufen muss, ein mehrfaches. Das geplante Geld für Außenanlagen hätten wir gerne sinnvoller ausgegeben.

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Die Stütze vorne links gibt einen guten Eindruck vom Höhenunterschied

Glück gehabt

Die Lösung deutete sich dann vor ein paar Wochen an: auf dem unbebauten Grundstück unserer Nachbarn wurde ein Baustellenschild aufgestellt und Pflöcke in den Boden geschlagen. Hier entsteht ein Haus.

Viele kleine rote Pflöcke markieren das künftige Haus des Nachbarn

Viele kleine rote Pflöcke markieren das künftige Haus des Nachbarn

Also hieß es, jeden Morgen kurz vorbeisehen, ob die Bagger beim Nachbarn schon begonnen haben.

Diesen Donnerstag war es dann auf einmal soweit. Mehrere Laster und ein großer Bagger waren schon von weitem zu sehen. Ob wir wohl etwas übrig gebliebenen Mutterboden abnehmen könnten?

Der Vorarbeiter war sich noch nicht sicher, ob etwas übrig bleiben würde, weil auch der Garten direkt mit angeglichen werden sollte (cleverer Nachbar! Welcher Idiot lässt schon den ganzen Boden sofort wegfahren!?).

Am Nachmittag dann der Anruf, ob ich nochmal vorbeikommen könnte, es wäre tatsächlich noch etwas Boden übrig.
2013-01-31 Garten 02„Etwas“ war leicht untertrieben. Der Boden unseres Nachbargrundstücks war um einiges schlechter (wussten wir eigentlich schon, weil unser Bodengutachter beim ersten Anlauf das falsche Grundstück angebohrt hatte). Und so war eine riesige Menge Mutterboden zu viel. In diesem Fall ein Glück sowohl für unseren Nachbarn, dass er den Boden nicht entsorgen musste als auch für uns, dass wir womöglich den gleichen Boden nicht teuer einkaufen mussten.

2013-01-31 Garten 06

Zum Teil liegen nun bis zu 50 cm Mutterboden auf dem Grundstück

Als wir später sahen, wieviel Mutterboden auf unserem Grundstück benötigt wurde, waren wir heilfroh, dass es sich im Nachhinein so ergeben hat.

2013-01-31 Garten 05

Wenn wir später wissen, wie der Garten aussehen wird, können wir uns die Erde weiter ans Haus ziehen.

Bleibt zum Schluss eine Frage: was antwortet man eigentlich einem wirklich freundlichen Baggerfahrer auf seine Frage, ob bei unserer Bodenplatte denn garkein Mutterboden übrig geblieben wäre? Ohne blöd auszusehen?

Von F

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5 Antworten zu “Gartenproblem gelöst

  1. oh ja, tiefbauer darf man nicht vertrauen. besser auf das eigene bauchgefühl vertrauen. diese erfahrung haben wir auch gemacht. wir mussten auch alles wegschaffen – kein platz auf der baustelle, aber wir haben gott sei dank im ort einen platz zum zwischenlagern gefunden, und viele viele abnehmer denen es ähnlich gegangen ist wie euch. da fragt man sich – was macht nun eigentlich einen professionisten aus??

    • Hallo Ina,

      du hast absolut recht. Wir hätten einfach etwas mehr vorab überlegen sollen und nicht auf Aussagen anderer hören. Aber es ging damals einfach so schnell. Wir sind ziemlich erleichtert, dass unsere Nachbarn „etwas“ Erde übrig hatten. Schön, dass auch ihr ne Lösung gefunden habt und eure Nachbarn/Erdaushubabnehmer freuen sich bestimmt auch.
      LG, L

  2. Mmmhh – klingt irgendwie danach, als hätte Euer Tiefbauer doppelt Kasse gemacht. Einmal habt ihr die ‚Entsorgung‘ bezahlt und er hat den gefragten, weil guten Mutterboden weiter verkauft.

    • Ja, ja, wir wissen es jetzt auch 😉
      Aber Ende gut – alles gut, hoffentlich…..und der „neue Mutterboden“ hat eine wesentlich bessere Qualität als das, was weggefahren wurde.

  3. Wir haben bei unserem Bau den Fehler gemacht, und haben den Aushub sehr tief ausgegraben. Jetzt versuchen wir gerade die überschüssige Erde loszuwerden, und verschenken sie in der Nachbarschaft oder wer sie eben haben möchte.

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