Vorabplanung beim Hausbau…unsere Erfahrungen

Beim Hausbau stellt man immer wieder fest, dass es von Vorteil ist, wenn man das ein oder andere vorab plant. Wir möchten an dieser Stelle nicht die üblichen Planungen schildern, also, dass man sich Gedanken zur Finanzierung macht oder das Grundstück besichtigt oder ein Bodengutachten erstellt oder sich Hausgrundrisse anschaut und plant. Nein, hier kommen unsere ganz persönlichen Erfahrungen, was wir teilweise vorher geplant haben oder worüber wir uns schon vor dem Hausbau Gedanken gemacht haben und es beim nächsten Hausbau wieder tun würden:

Grundstück: Wir haben vor der Bauantragstellung geschaut, wie unsere Nachbarn ihre Häuser auf dem Grundstück platziert haben. Wir hätten unser Haus mindestens 1,5 Meter vom Bordstein aufstellen können. Haben uns aber im Endeffekt für 6 Meter entschieden, weil das Haus 1. in der Flucht mit den anderen Häusern liegt und 2. so mehr Raumgefühl geschaffen wird. Aber natürlich ist das eine sehr individuelle Entscheidung und man muss bedenken, dass der Garten hinten dann ziemlich schrumpft.

Leitungen: Mit der Stadt haben wir besprochen, wo unsere Abwasser und Regenwasseranschlüsse liegen. Daraufhin haben wir uns entschlossen die beiden Leitungen von hinten über die Mitte des Hauses (also unter der Bodenplatte) durchzuführen. Die Fallrohre haben wir am Haus ins Innere des H verschoben. Fanden wir optisch einfach ansprechender.

Leerrohre: Wir haben durch die Bodenplatte zwei Leerrohre in den Garten verlegt, weil wir uns auch nach dem Bau noch eine Verbindung zum Garten (für Licht oder Steckdosen) ermöglichen wollten.

Zu-und Abluft: auch über die Positionen der Zu- und Abluft haben wir vorab nachgedacht. Wir wollten die Front des Hauses nicht mit vielen Käselöchern haben. Sieht irgendwie nicht gut aus….aber das ist Geschmacksache.

Über Wasserhärte informieren: im letzten Augenblick haben wir uns über die Wasserhärte in unserem neuen Wohngebiet informiert. Eine Wasserenthärtungsanlage muss bei uns installiert werden und wir sind der Meinung, dass sich die Investition lohnen wird. Trotzdem, vorab im Budget war die Anlage nicht geplant.

Treppenbelag: wenn ihr wie wir eine Betonfertigtreppe habt, dann solltet ihr euch frühzeitig Gedanken über den Belag machen. Je nachdem für was ihr euch entscheidet, wird die Höhe der Stufen für den Belag angepasst. Das haben wir auch gemacht, blöd nur, dass wir uns im Endeffekt anders entschieden haben. Ursprünglich wollten wir eine Naturholzauflage. Inzwischen tendieren wir zu PU, wie im Rest des Hauses. Unsere Treppe muss also nochmal mit Estrich aufgefüllt werden – natürlich ist das mit Mehrkosten verbunden.

Küchenkauf: wir haben die Wartezeit vom Bauantrag bis zum Beginn der Bauarbeiten mit der Küchenplanung zugebracht. Spätestens zu Beginn der Sanitärarbeiten muss klar sein, wie die zukünftige Küche aussehen wird. Da lässt sich sicher das ein oder andere besser planen (Wasseranschlüsse und Steckdosen). Auch der Abluftkanal für die Dunstabzugshaube lässt sich problemlos in die Geschossdecke einbauen, wenn man weiss, wo die spätere Dunstabzugshaube hingehört. Das macht unsere Baufirma kostenlos für uns mit.

Wir haben aufgrund der Erfahrung unserer Freunde mehr Geld für Elektro und Sanitär kalkuliert. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich da doch zu einer prächtigen Summe zusammenläppern (für Lichtauslässe, Steckdosen, Verlängerung der Rolladenschalter, Zirkulationsleitung für Wasser, Unterputzarbeit für Duscharmatur etc.). Hier hilft es, sich schon vorher zur Raumgestaltung Gedanken zu machen. (Wo kommt der Fernseher hin, wo der Esstisch etc.).

Einfacher für die Elektroplanung ist es, wenn man ungefähr weiss, welche Lampen man an die Decke oder auf die Wände montieren will. Wer Downlights will, sollte wissen, dass diese in Betondecken vorab geplant werden müssen. Pro Downlight muss dann in die Geschossdecke vor dem Betongießen eine Leerdose eingelassen werden. Nach dem Deckenguß lassen sich Downlights nachträglich nur noch als „Kernbohrung“ ausgeführen und kosten deshalb viel Geld. Im Zuge dieser Planung ist es ebefalls günstig sich vorab Gedanken zu machen, wo man wieviele Steckdosen und Lichtauslässe benötigt.

Bad und Sanitär: auch hier haben wir vorab eine Bemusterung gemacht. Wichtig ist danach die konkreten Daten für die Waschbecken etc. zu haben und ungefähr zu wissen, was einem gefällt. Im Bad kann ein besonderes Waschbecken oder eine Designarmatur schnell das Baubudget straffen. Alternativ stellt man fest, dass das, was man sich ausgesucht hat, doch nicht ins Bad reinpasst.

Auch die Abstellfläche im Dachgeschoss wird von den meisten Baufirmen nicht ausgebaut. Wir haben uns hierfür ohne Mehrkosten Styropordämmblöcke bestellt (anstatt Dämmwolle) und darauf Span-Platten verlegt.

Badewannen- und Toilettenhöhe: gefühlt sind wir ja schon Rentner, daher auch vorab die Überlegung, wie tief die Badewanne eingesetzt wird und ob die Toilettensitzhöhe verstellt wird. Wir haben uns dank des tollen Tipps von zwei anderen Bauherrenfamilien (lieben Dank an Steffi und Sina) dafür entschieden, die Badewanne so tief wie nur möglich einzubauen (im Estrich zu versenken) und die Toiletten 5 cm höher zu hängen. Alles reine Komfortsache 🙂

Wenn man eine Hausautomation plant, sollte dies vorab mit dem Elektriker besprochen werden. Ggf. fallen hier einige Dinge zugunsten der Bauherren aus der Planung raus oder man muss abstimmen, ob andere Leitungen verwendet werden müssen.

Sollte uns hier noch was einfallen, werde ich oben ein UPDATE schreiben. Die oben genannten Infos können sicher noch um Einiges ergänzt werden…..

Von L

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Eine Antwort zu “Vorabplanung beim Hausbau…unsere Erfahrungen

  1. Vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie vermitteln eindrucksvoll, dass die sorgfältige Planung eine wesentliche Rolle bei der erfolgreichen Durchführung eines Bauvorhabens einnimmt und nachhaltige Prinzipien des modernen Bauens auch bei Einfamilienhäusern umgesetzt werden können.

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