Entscheidung für eine Hausautomation

2012-12-30 Home Bulb

Auf Begriffe wie „intelligentes Haus“, „Internet der Dinge“, intelligente Energie“ trifft man als Häuslebauer immer öfter.

Mit dem iPad lassen sich Lampen eines Hauses steuern und mittlerweile gibt es kaum ein Musterhaus, in dem man nicht in jedem Raum ein Display neben der Tür findet oder ein großes, in die Wand eingelassenes iPad im Wohnzimmer.

Steuerelement für Musikverteilsysteme

Steuerelement für Musikverteilsysteme

Was geht?

Für uns ist das Thema dann interessant, wenn sich regelmäßige Aufgaben damit automatisch erledigen lassen, Energie eingespart werden kann, oder mehr Sicherheit entsteht. Wir wollten daher wissen, welche Möglichkeiten es gibt, um Rolläden, Fussbodenheizung und bestimmte Teile der Beleuchtung zu steuern.

2012-12-30 Aussenbeleuchtung

Wenn sich die Außenbeleuchtung bei Dämmerung automatisch einschaltet und in der späten Nacht wieder abschaltet ist das komfortabel. Schließen sich die Rolläden am Abend auch im Urlaub von selbst ist, erhöht es den Schutz vor Einbrechern.

Hausautomationssysteme überwachen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit

Hausautomationssysteme überwachen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit

Ist niemand zu hause, dann lässt sich Energie sparen, indem die Raumtemperatur den ganzen Tag ein paar Grad kälter bleibt und erst zum Feierabend auf die persönliche Wohlfühltemperatur angehoben wird. Und wer früh raus muss, freut sich, wenn Badezimmer und Küche am Morgen angenehm vorgewärmt wurden.

Automation hat für uns aber auch Grenzen. Um Licht im Badezimmer einzuschalten, braucht man kein iPad. Dafür hat der Elektriker die „Schalter“ erfunden. Kann man drücken. Macht dann Licht. Ohne App.

Selber machen oder machen lassen?

Eigentlich alle Hausbaufirmen haben Elektriker „an der Hand“, die eine Gebäudeautomation anbieten können. Neben der reinen Installation der Geräte muss dabei ein nicht unerheblicher Aufwand für Programmierung berücksichtigt werden.

Für uns stand fest, dass wir an den elektrischen Leitungen keine Veränderungen vornehmen wollten. Wir sind keine Elektriker. Zudem geht es um die Gewährleistung: wenn später Probleme mit der Elektroinstallation auftreten, dann soll die Arbeit des Elektrikers möglichst sauber von den Eigenleistungen getrennt sein.

Dennoch wollten wir nicht bei jeder späteren Änderung auf einen Elektriker angewiesen sein, sondern möglichst viel selbst in der Hand haben.

Systemvergleich

Wie immer, wenn es viele, sehr unterschiedliche Systeme gibt, gibt es noch viel mehr unterschiedliche Meinungen dazu. Daher soll es hier nur um die Systeme gehen, die wir verglichen haben.

KNX Bussysteme

Bei KNX handelt es sich um eine gemeinsame Norm, auf die sich Hersteller für Steuerungstechnik geeinigt haben. Auf dem Markt finden sich sehr viele unterschiedliche Anbieter von KNX-Komponenten.

2012-12-30 Home KNX Schema_gross

Schema einer Rollädensteuerung mit KNX (grün: Busleitung, gelb: Strom)

Um eine Jalousie automatisch zu schließen, wird ein Steuergerät für Jalousien am Motor benötigt, das KNX unterstützt. Dieses wird über eine Steuerleitung mit einer KNX-Zentrale verbunden. Die Zentrale gibt den Befehl an das Steuergerät, wenn die Jalousie geschlossen werden soll.

Der Befehl erfolgt entweder zu einer in der Zentrale gespeicherten Uhrzeit, über angeschlossene (KNX-) Dämmerungssensoren, über einen KNX-Wandtaster oder über einen Touchscreen durch den Bewohner.

Für KNX spricht die große Zahl an Anbietern und der einheitliche Standard. Allerdings sind die Komponenten sehr teuer. Größter Nachteile aus unserer Sicht: die erforderlichen Steuerleitungen (auch Bussystem genannt). Alle Komponenten benötigen neben einer Stromversorgung auch zusätzliche Steuerleitungen. Dies bedeutet für den Elektriker mehr Arbeit  bei Verlegung und Anschluss und damit auch mehr Kosten. Vergisst man bestimmte Teile in die Steuerung einzuplanen, oder möchte man später das System erweitern, geht dies meist nur, wenn neue Leitungen verlegt werden.

Jeder große Hersteller von Schalterprogrammen bietet auch optisch ansprechende und ausgereifte KNX Komponenten an.

EnOcean

Während unseres Verkaufsgesprächs bei Viebrock wurde uns das EnOcean System empfohlen. Dieses arbeitet ohne Steuerleitungen auf Funkbasis. Die Taster erzeugen dabei ihren Strom für das Funksignal selbst, indem sie die mechanische Energie, welche beim Drücken der Taste erzeugt wird, in elektrische Energie umwandeln. Auch hier ist EnOcean nur der Standart, die Komponenten bauen andere Firmen.

Vorteil ist, dass die Sender wie normale Schalter auf die Wand aufgeklebt werden können und keine weitere Stromversorgung benötigen sollen. Aber bei der Suche nach Komponenten zur Steuerung der Fußbodenheizung, Rolläden fanden wir nur wenige oder gar keine Anbieter. Damit verbunden ist die Frage, was eigentlich in 5 Jahren ist, wenn erste Komponenten kaputt gehen. Wird es dann noch einen Ersatz dafür geben? Und wenn beim Einzug die Schalter ohne Leitungen auf die Wand geklebt werden: müssen bei einem späteren Wechsel dann neue Leitungen verlegt werden?

Insgesamt haben wir den Eindruck, dass dieses System noch am Beginn seiner Entwicklung steht.

RWE SmartHome

Der Energieriese RWE bietet unter dem Namen SmartHome eine ganze Reihe von Produkten zur Heimautomation an. Über den Internetshop lassen sich ganz unterschiedliche Pakete zur Steuerung von Rolläden, Heizung und Licht kaufen.

Auch hier übernimmt eine Zentrale die Steuerung der Aktoren. Im Unterschied zu KNX müssen aber keine Steuerleitungen zwischen der Zentrale und jedem Rollädenmotor verlegt werden. Die Kommunikation erfolgt über Funk.

Hinter den SmartHome Komponenten steckt das Unternehmen eQ-3 aus Leer in Ostfriesland. eQ-3 bringt seine Produkte auch unter dem eigenem Namen „Homematic“ heraus. Die SmartHome Geräte sehen in schneeweißer Farbe und mit grünem Logo sehr schick aus. Die Installation ist auf den Endverbraucher ausgerichtet. Das ansprechende Design der Geräte und der Bedienoberfläche ist auch schon der größte Pluspunkt gegenüber Homematic.

Um das System in Betrieb zu nehmen (Erfahrungsbericht eines Käufers hier), genügen wenige Schritte. Allerdings ist eine Registrierung bei RWE erforderlich, die Daten zur Steuerung werden von der Zentrale auf einen Server von RWE übertragen und dort gespeichert.

Im direkten Vergleich zu Homematic sind die Smarthome Komponenten deutlich teurer. Ein einfacher Schaltaktor für Licht (Artikel: 10122180) kostet bei RWE 69,95 €, ein offenbar baugleiches Element von Homematic (68-10 30 29 ) 39,95 € (Quelle: elv.de, Stand 1.1.2013).

Homematic

Über diese Recherche sind wir auf Homematic aufmerksam geworden. Die Zahl der erhältlichen Sensoren und Steuergeräte ist sehr umfangreich. Die Produktpalette umfasst neben Steuergeräten für Rolläden, über Lichtschalter, Fernbedienungen und Rauchmelder auch Bewegungsmelder, Statusdisplays, Alarmsirenen und vieles mehr.

Schema Homematic: die Zentrale kommuniziert über Funk mit den Steuergeräten

Schema Homematic: die Zentrale kommuniziert über Funk mit den Steuergeräten

eQ-3 ist ein Unternehmen des Elektronikversandhauses ELV und hat sich auf Heimautomatisierung spezialisiert. Die Homematic Komponenten kommunizieren per Funk.

Steuermodul für elektrische Rolläden

Steuermodul für elektrische Rolläden

Ein Steuermodul für Rolläden wird wie ein normaler Schalter in eine Unterputzdose eingebaut und mit dem Rolladenmotor verbunden. Mit Hilfe einer Adapterplatte kann darauf die normale Lichtschalterplatte und der Zierrahmen befestigt werden. Wenn man es nicht weiß, ist nicht zu erkennen, dass sich unter dem Schalter an der Wand ein Funkaktor versteckt.

Die Adapterrahmen gibt es für beinahe alle Designserien der großen Schalterhersteller. Da die Aktoren wie ein normaler Schalter eingebaut werden, ergeben sich daraus mehrere Vorteile. Möchte man die Rolläden schließen, muss man nicht erst das iPad suchen, sondern kann direkt zum Wandschalter gehen und dort drücken. So können auch Kinder oder Gäste das Licht oder die Rolläden steuern, ohne sich mit einer Hausautomationsoberfläche auseinander setzen zu müssen. Da die Steuermodule in der Unterputzdose verschwinden, sehen alle Schalter im Haus einheitlich aus.

Sollte man nach einer Weile feststellen, dass man das System erweitern möchte, genügt es, einen vorhandenen, klassichen Lichtschalter durch ein Steuermodul auszutauschen. Adapterplatte dazu und den Zierrahmen samt Schaltfläche wieder anbringen – fertig. Auf diesem Weg bietet sich das System auch für eine nachträgliche Erweiterung der bestehenden Elektroinstallation an (z.B. um Rolläden mit Elektromotoren und einer Steuerung nachzurüsten oder das Licht im Garten zu steuern).

Homematic Zentrale CCU-1

Die Homematic Zentrale CCU-1 hat die Größe eines DSL Routers

Alle Sensoren und Steuerungskomponenten werden an die Homematic Zentrale angelernt. Die Steuerung erfolgt zentral von dort. Entweder über ein gespeichertes Programm, über eine Webseite der Zentrale oder mit Hilfe von zusätzlichen Fernbedienungen, die sich ebenfalls in das System integrieren lassen. Die Bedienoberfläche ist leider bei weitem nicht so schick wie die des SmartHome Systems. Homematic lässt sich jedoch wesentlich flexibler programmieren und mit Software von anderen Anbietern erweitern. Wer über gute PC Kenntnisse verfügt, kann auf diesem Weg die Bedienoberfläche vollkommen selbst gestalten und z.B. die zu steuernden Elemente in den Raumplan des eigenen Hauses eintragen.

Unterschied zu Funksystemen aus dem Baumarkt

Wer schonmal eine der günstigen Funkfernbedienungen für Licht aus dem Baumarkt gekauft hat, könnte skeptisch werden, wenn er hört, dass die Steuerung von Rolläden, Heizung oder Licht per Funk geschehen soll. Denn die günstigen „Funkknubbel“ im Dreierpaket reagieren nur sehr unzuverlässig auf ein Signal der Fernbedienung. Genau das darf bei einer Hausautomation nicht passieren.

2012-12-30 Home Fernbedienung

Hier sollte klar sein, ob wirklich alle Rolläden auch geschlossen wurden und ob das Licht draußen wirklich aus ist.

Homematic und Smarthome verwenden dafür ein Funkprotokoll, das in zwei Richtungen kommuniziert. Die Zentrale sendet den Befehl „Schaltaktor für Licht im Garten: aus“. Der Aktor führt den Befehl aus und sendet zurück „Licht ist ausgeschaltet“. Kommt diese Bestätigung nicht, wird der Befehl so lange wiederholt, bis eine Bestätigung erfolgt. Außerdem melden sich die einzelnen Steuerelemente regelmäßig bei der Zentrale und geben ihren Status ab. Fällt eine Komponente aus, wird von der Zentrale eine Information an den Hausbesitzer gegeben.

Fazit

Aufgrund der sehr vielen Sensoren und Komponenten, dem geringen Aufwand für die Installation, einer guten Programmierbarkeit und einem attraktiven Preis-/Leistungsverhältnis haben wir uns für das System von Homematic entschieden. Wir haben für unser Haus eine Grundausstattung zur Steuerung von Heizung, Rolläden, einzelner Lichter und Sicherheit ausgewählt und sind auf rund 2.500 € gekommen. Preislich kein Vergleich zu anderen Systemen. Die Anzahl der Räume (Rolläden, Heizkreise) spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Die ersten Komponenten sind wurden bereits geliefert

Die ersten Komponenten sind wurden bereits geliefert

Die ersten Teile wurden bereits geliefert. Tests über die Weihnachtstage haben sehr gut funktioniert. Bald gibt es sicherlich mehr davon.

Von F

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20 Antworten zu “Entscheidung für eine Hausautomation

  1. Hi
    Da ich mich aktuell kurz vorm Hausbau mit 4Life befinde und ebenfalls über das Thema Hausautomatisierung nachdenke – könntest du mir mal deine Bestellliste zukommen lassen, was genau du bestellt hast?
    Rolladen/Heizung/Licht – so wollen wir es auch steuern übers iPad.
    KNX mit EIB-Leitungen wurde mir eher empfohlen von einem Elektriker, weils sauber verlegt ist und Funksignale im Haus nicht gesund seien 😕
    Danke dir!!
    Gruß Christian

      • Hi Christian,
        sorry, dass es gestern mit der Antwort nicht mehr geklappt hat. Habe mir etwas mehr Zeit genommen, um das Thema etwas besser zu erklären (gab noch weitere Anfragen dazu). Daher als Artikel: Infos zur Rolladensteuerung mit Homematic gibt es hier. Mehr zu Licht und Heizung folgen kurzfristig.
        Wenn Du noch Fragen haben solltest, immer gerne!
        Gruß
        F

      • Kein Streß 😉
        Hausbau geht vor!!
        Was mein Elektriker-Freund bezüglich Homematic noch geäußert hat (in Bezug auf „Schlechter als Eib/Knx“), sei das die Funksignale nicht immer optimal im ganzen Haus die Aktoren erreichen.
        Hast du diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht? Es müssen ja 2 Etagen und teils diverse Wände durchdrungen werden 😉

      • Hi Christian,

        da mache ich mir eigentlich keine Sorgen. Aus zwei Gründen: Homematic benutzt das BidCos Protokoll. Bedeutet, die Zentrale wiederholt die Befehle mehrfach, bis eine Bestätigung vom Aktor erfolgt, dass der Befehl empfangen und ausgeführt wurde.
        Es kann also nicht passieren, dass ein Befehl einfach wegem schlechtem Empfang oder Störungen auf der gleichen Frequenz verloren geht, ohne dass die Zentrale das merkt.
        Kann der Befehl nicht erfolgreich abgesetzt werden, meldet die Zentrale das als Störung (konnte das schon ausprobieren).

        Die Erfahrungen, die man in Foren bzgl. Reichweite so liest sind eigentlich sehr gut.
        Wenn es aber doch mal eine ganz widrige Konstellation geben sollte, kann zusätzlich ein oder mehrere Repeater eingesetzt werden (sieh mal HM-Sys-sRP-Pl), die in eine Steckdose auf einer Etage eingesetzt werden und die Signale der Zentrale empfangen und weiterleiten. Auf diesem Weg wird die Reichweite, dort wo es erforderlich ist, nochmal deutlich verlängert.

      • Japp, gerade bei ELV gesehen 😉
        Ok, für Rolläden, Anlage, divereses kämen schonmal 1200€ zusammen.
        Was brauche ich für die Heizung und für Lichtausgänge?
        Heizung – da liefert 4Life ja für jeden Raum/Heizkreis ein Thermostat mit – werden die behalten oder auch ausgetauscht?
        Danke!

        PS: Der Blog ist hier mit einer der Besten die ich bisher gelesen habe – sau ausführlich, bebildert – großes Lob für die Zeit die du dir da nimmst 🙂

  2. Danke dir! Schon durchgelesen…
    Habe mich jetzt doch nochmal mit EIB/KNX beschäftigt…
    Und ich denke mal schwer, dass wir als Basis ne Loxone-Lösung ins Haus setzen und ein paar KNX-Aktoren zwecks manueller Steuerung hinzufügen.
    Die Loxone-Steuerung in der Basis gefällt mir um einiges besser als die Homematic. Funk finde ich im Endeffekt auch nicht so super, wenn man noch die Leitungen ziehen kann 😉
    Kostenmäßig ist es sicherlich ein wenig teurer, aber auch nicht extrem.
    Plane das gerade und rechne gegen!

  3. Nur mal als ergänzende Info: bei KNX gibt auch Funklösungen. Ich habe allerdings keine praktischen Erfahrungen damit gemacht, da wir selbst gerade erst am Bau sind und vor der Entscheidung für ein System stehen.

  4. Ich hab jetzt wo gelesen, dass die homeatic von Frequenzen der an einer Haltestelle verkehrenden Busse das Funksignal stören können. Ich bin nach wie vor skeptisch gegenüber solchen funklösungen. Wenn es sich um ein fertiges Gebäude handelt würde ich sagen, es ist einen versuch wert, aber bei einem Neubau würde ich dann doch eher zu KNX dentieren. (so wie ich es auch machen werde)

    • Hallo Georg,

      mittlerweile sind wir ja eingezogen und ich bin jeden Abend damit beschäftigt, eine Komponente mehr in das System einzubinden. Ein paar ausführlichere Artikel werden noch folgen, aber ich kann schon erste Erfahrungen beisteuern, was die Funkreichweite und Zuverlässigkeit betrifft.
      Die Zentrale steht im HWR (Hausanschlussraum) daneben unser WLAN Router.
      Fast überall sind die Rolladen-Aktoren (das Modell zum Einbau in die Unterputzdose) bereits verbaut. Die Homematic Zentrale erreicht in unserem Haus alle Aktoren auf beiden Etagen, bis auf einen: den im Schlafzimmer.

      Ehrlich gesagt bin ich darüber eher sehr verwundert, dass es nur dieser eine ist, denn bis zum Schlafzimmer sind 18 Meter diagonal durch das ganze Haus (14 Meter breit) auf die zweite Etage durch 3 Wände und eine Stahlbetondecke.
      Eher hatte ich gerechnet, dass die Steuerung für die Unter-Dach-Beleuchtung mitten auf dem Dachboden (durch zwei Stahlbetondecken) Probleme machen könnte. Aber: absolut störungsfreie Verbindung.

      Ein guter Vergleich ist die Reichweite des daneben stehenden WLAN (2,4 GHz) Routers: seine Reichweite endet in unserem Haus bereits nach 6 Metern.
      Heißt: die Funkreichweite der Homematic geht deutlich über das hinaus, was ich erwartet hatte und ist wesentlich robuster als eine WLAN Verbindung, aber sie hat bei einem Haus unserer Größe mit Stahlbeton auch ganz klar ihre Grenzen.
      Ich hatte hierfür bereits eingeplant, einen zweiten Sender einzusetzen, der die diagonal im OG liegende andere Ecke des Hauses versorgt. Der Sender kommt in den nächsten Tagen, damit sollte die Abdeckung dann ideal sein.

      Dass eine kabellose Funklösung einen richtig dicken Vorteil gegenüber KNX und Kabeln hat, habe ich in den letzten Tagen gemerkt: denn während des Einbaus ist mir aufgefallen, dass es sinnvoll ist, einen zusätzlichen Fenstersensor und noch ein Lichtsteuerungsmodul einzubauen. Bei KNX hätte ich keine Chance mehr gehabt, denn eine Steuerleitung bei fertig tapezierten Wänden zu ziehen, zieht selbst in einer sehr gut funktionierenden Ehe „Tod durch Erschiessen – dann Scheidung“ nach sich.

  5. Dass du mit der Homematic eine bessere Reichweite erziehlst lässt sich auf die verwendetet Frequenz zurück führen. Höhere Frequenzen gehen schwerer durch Wände.
    Zum Nachrüsten: Das ist bei KNX auch kein Problem, da man hier zusätzlich noch „funkende“ Geräte verwenden kann. Du hast also sie Vielfalt deines Systems und die Kabelgebundene Vielfalt von KNX. Was machst du nun mit dem einen Aktor? Vielleicht kannst du ihn etwas um-platzieren?
    Bei mir ist es so, dass aktuell alles was so geht in den Schaltschrank geführt ist und ich dann aufs Bus System umsteigen werde. Jetzt zu beginn erst mal unsere 4 Rollos. Die nerven nämlich mit den Normalen Tastern (man muss auf den Tastern drauf bleiben!)

    Wie läuft die Sache mit der Automatisierung der Fußbodenheizung? Hab dazu auch einen kommentar geschrieben hier 🙂

    • Hallo Georg,

      versuche die Fragen immer so zu beantworten, dass auch Leute, die nicht schon tiefer im Thema sind, aber mehr erfahren wollen, mitlesen können.
      Daher kann eine Antwort schonmal etwas Zeit brauchen (ausserdem hab ich noch einen Job, also nur Geduld).

      Ob KNX oder Funk, dieser oder jener Hersteller wird manchmal schon wie eine Religion diskutiert (man sagt sich, im Internet soll es die ein oder andere Forenseite darüber geben). Darum geht es mir aber nicht.

      Wir standen vor den gleichen Fragen wie viele andere Bauherren auch: installieren wir eine Hausautomation, was kostet sowas, was braucht man dazu, wer macht’s, wie es geht’s, was kann sie, was kann sie nicht, funktioniert es denn usw.

      Wir haben uns für unser Haus und unseren Fall für Homematic entschieden.
      Und unsere Erfahrungen damit sind bisher sehr gut.
      Denn: es funktioniert in unserem Haus. Darauf kommt’s doch nur an.

      Ich weiß schon, warum 2,4 GHz sich anders verhalten als 868 MHz und warum LTE für FS20 ein Problem wird, für Homematic wiederrum nicht.
      Aber jemand, der sich zum ersten Mal mit Hausautomation beschäftigt und nach Erfahrungen anderer Bauherren sucht, kann mit solchen Fach-Details nur wenig anfangen.

      Wer nach Erfahrungen sucht, kann einen einfachen Vergleich (z.B. mit WLAN-Reichweiten) sicher leichter nachvollziehen.

      Wer für sich zum Schluss kommt, dass ein anderes System besser für sein Haus geeignet ist: sicher ist das auch eine gute Entscheidung.

      Da wir sehr gerne in anderen Baublogs lesen und viel daraus mitgenommen haben, möchten wir gerne etwas davon zurück geben und unsere Erfahrungen im Baublog schildern.
      Denn gerade am Anfang gibt es eine ganze Menge Fragen und vielleicht hilft unser Artikel, ein bisschen mehr Licht ins Dunkel zu bringen (gerne auch ferngesteuertes Licht)

      Viele Grüße
      F

  6. Kein Problem.. hab auch nen Job und genug Zeit um auf Antworten zu warten 🙂
    KNX oder Funk:
    Ich glaube das ist ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Funk gibt es auch im KNX Bereich. 🙂
    Hier muss wohl eher Diskutiert werden ob ein eingetragenen Standard oder etwas proprietäres verwendet. Du hättest übrigens komplett mit KNX die Funklösung realisieren können. Keine Angst, ich möchte deine Lösung nicht schlecht machen, vom Preis her ist sie nämlich wohl fast unschlagbar und funktionieren tut sie ja auch. 🙂 Bei KNX müssen die Firmen die KNX Geräte vertreiben Lizenzgebühren an die KNX Vereinigung bezahlen, deswegen sind die Endgeräte auch teurer… ja saftig teurer sogar. Aber eben der Standard hat gegen über der proprietären Lösung eben den Vorteil, dass man immer noch geräte bekommt wenn eine Firma pleite geht. Leider weiß man sowas ja noch nicht wenn man ein Haus für 30 Jahre oder mehr baut.
    Ich möchte nochmal hier für alle eben den Vorteil aufzeigen, den KNX bietet (und glaub mir ich verkaufe das Zeug nicht *g*)
    Der Vorteil deiner Lösung liegt auch auf der Hand: Kein lästiges verkabeln und ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis.
    Zu den Funkfrequenzen: Wenn du WLAN mit den Funkfrequenzen von Homematic vergleichst solltest du vielleicht auch erklären, warum eben die Homematic so gut durch die Räume geht, weil sonst könnte man vielleicht denken, dass WLAN ein schlechtes Funksignal sendet. *g*
    Was hast du denn bereits alles Automatisiert? Vielleicht gibts da ja noch Ideen für mich? Ich beginne ja gerade erst mit dem umrüsten auf KNX. (Wobei ich beim Bau schon das meiste von der Verrohrung her berücksichtigt habe)

  7. Hallo,

    sorry aber irgendwie wurdest du falsch beraten zum Thema Enocean.

    Enocean ist der Standard und deckt alle Bereich ab inkl. der Fussbodenregelung, wenn man das überhaupt noch braucht. Ein hydraulischer Abgleich ist da viel sinnvoller, denn die Thermostellantriebe brauchen recht viel Strom.

    Wir haben Ende 2012 unseren Einzug gehabt und bei uns wurde alles über Eltako Serie 12 und heute über die Serie 14 gesteuert inkl. Save-II Server. Die Flexibilität ist enorm und das Angebot an Herstellen ist riesig. KNX war uns zu teuer und zu unflexibel.

    Einzig das Klicken der Taster ist sehr gewöhnungsbedürftig aber dafür ohne Kabel und Stromversorgung.

    Die Enoceantechnik ist ja eine Kombination von Bus (RS485) und Funk.

    Man sollte sich die Technik mal ansehen und wird eine sehr gute Alternative finden die es schon seit vielen Jahren gibt und ein Weltstandard ist.

    • Hallo Thorsten,

      danke für Deinen kurzen Erfahrungsbericht. Der Artikel ist noch aus der Zeit, in der ich selbst erste Erfahrungen mit Hausautomation gemacht habe. Ich fand es sehr schwierig, Informationen zu EnOcean zu finden. Wie geschrieben, hatte ich damals schon raus, dass EnOcean (anders als der Verkaufsberater meinte) kein Hersteller, sondern mehr der Standard ist.
      Allerdings finde ich es auch aktuell noch sehr schwierig, mehr darüber und mehr über Anbieter fertiger Systeme herauszufinden, so dass es mir gerade für Einsteiger ohne eine Fachberatung nicht leicht scheint (vielleicht geht es aber nur mir so).

      Trotzdem wollte ich aufzeigen, dass es EnOcean gibt und ganz ehrlich: Funktaster, die ihren Strom selber erzeugen – ist schon eine clevere Idee. Wer weiß, wohin sich der Standard noch entwickelt…

      Viele Grüße
      F

  8. Hallo.

    Was ist denn aktuell die günstigste Lösung (ohne Installation als Kostenfaktor einzubeziehen, maximal Kabelkosten), wenn man ganz besonders die Erhältlichkeit gebrauchter Geräte einbezieht?
    Diese Preise also als Maßstab zum Vergleich nutzt.
    Z.B. bei KNX einen 12x-Aktor ab 100 Euro.
    Keine Ahnung was z.B. 12 Kanäle bei den anderen Systemen kosten. Ob man da schon die Auswahl mit gebrauchten Komponenten hat etc..

    • Hallo Tobias,

      ob ein Vergleich rein über den Preis sinnvoll ist? Denn bei jedem System ist eine gewisse und teils sehr unterschiedliche Grundausstattung (z.B. Zentrale, Server, Gateways, Terminatoren) notwendig, um einen 12fach Aktor in Betrieb zu nehmen.
      Meist wird es dann nach der Grundausstattung für jeden weiteren Aktor günstiger.
      Bsp.: Um bloß Rollos zu steuern, genügt bei Homematic eine Funkfernbedienung und pro Rollo ein Aktor. Nehme ich eine Zentrale dazu, wird es natürlich teurer, kann diese aber für weitere Aufgaben nutzen.
      Es kommt also ganz darauf an, was ich mit einer Hausautomation machen möchte und wie die Einbausituation vor Ort aussieht. Erst dann macht ein Preisvergleich sicher Sinn.

      Viele Grüße
      F

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