Kaltes, hartes Wasser

2012-12-29 Wasserenthaertung 01

Es gibt immer ein paar Dinge, die man trotz noch so guter Vorbereitung vergisst. Weil man z.B. bislang noch nie etwas damit zu tun hatte.

Zu diesen Dingen zählt bei uns die Wasserenthärtung. Bislang wohnten wir immer in Regionen, in denen das Leitungswasser bestes Trinkwasser war und „schön weich“.

Das harte Leben der Großstadt

Wir beide arbeiten rund 80 km entfernt in einer Großstadt (die tägliche Horror-Pendelei soll ein Ende haben, deshalb bauen wir vor den Toren der Stadt). Als eine Arbeitskollegin in kurzer Zeit wiedereinmal zum stark-riechenden Essig-Konzentrat greifen musste, um die Kaffee-Maschine zu entkalken, kam zum ersten Mal die Frage auf: wenn hier in jeder Tasse ein Kalkfilm schwimmt und wir in die Nähe ziehen – wie hart ist eigentlich dann das Wasser in unserem neuen Zuhause?

Sehr hart. Um genau zu sein, wechseln wir aus einem Bereich mit 12,9° dH in einen Bereich mit rund 19° dH. Sehr hartes Wasser beginnt ab einem Wert von 21,3° dH.

Wie schlimm wird es?

Wird es schlimm? Kommt darauf an, wen man fragt. Es gibt da diese Waschmaschinenwerbung mit den verkrusteten Heizstäben in der Hand entsetzter Monteure. Mit väterlichem Kopfschütteln vermitteln diese den fassungslosen Hausfrauen, dass Waschmaschinen schon kurz nach dem Einschalten sofort kaputt gehen müssen, wenn man so fahrlässig auf den Entkalker verzichtet. Ein Paket pro Waschladung sollte einem der Schutz der Maschine doch mindestens wert sein.

Es gibt aber auch Wasserversorger, die hartem Wasser durchaus etwas positives abgewinnnen können:

Was ist denn nun besser? Weiches oder hartes Wasser. „Der Unterschied ist subjektiv. Manche sagen, hartes Wasser schmecke besser. Das erscheint auch logisch, weil dort Mineralien wie Magnesium und Calcium enthalten sind”, sagt EWV-Sachgebietsleiter Wolfgang Küpper.

Quelle: Aachener Zeitung, 13. März 2012

Also was denn nun: Todesurteil für jede Maschine, oder unverzichtbares Nahrungsergänzungsmittel?

Für und Wider

Sicherlich sind wir keine Experten für Wasseraufbereitung. Die für uns wichtigen Argumente waren aber:

Plus_32x32

  • Keine Kalkablagerungen auf Glas, Chrom, Keramik oder anderen glänzenden Armaturen, dadurch weniger Putzarbeit
  • weniger Einsatz von Reinigern, Maschinenentkalkern, Waschmitteln oder Weichspülern
  • Schutz der Installationsleitungen, besserer Durchfluss
  • keine verringerte Heizleistung durch Ablagerungen auf Wärmetauschern
  • Tee und Kaffee ohne schwimmende Ränder
  • weicheres Wasser soll ein angenehmeres Duschgefühl geben

Minus_32x32

  • hohe Anschaffungskosten für eine Enthärtungsanlage
  • einmalige Kosten/Aufwand für den Einbau in die hauseigene Trinkwasserinstallation
  • Aufwand und Kosten für den Betrieb und Wartung der Anlage
  • Energieverbrauch

Wer hat Erfahrung mit…

Bei unseren Überlegungen haben wir in anderen Baublogs nach Erfahrungen mit Wasserenthärtungsanlagen gesucht.

Erfahrungen mit

Gut gefallen haben uns die Erfahrungsberichte in diesem Baublog (technisch sehr detailliert, daher empfehlenswert für alle, die sich tiefer einlesen möchten).
Nach etwas weiterer Recherche haben wir uns ebenfalls entschlossen, eine Filtrasoft Anlage einzubauen. Die Anschaffungskosten liegen mit Anschlussleitungen, ohne Montage bei etwas mehr als 1.000 €. Nicht gerade wenig, allerdings preisgünstiger als andere Anlagen, ohne  „klapprig“ zu wirken (nach Bildern und Erfahrungsberichten von Käufern). Der Platzbedarf hält sich mit 29 x 50 cm Stellfläche ohne Anschlüsse sehr in Grenzen. Die Stromkosten gibt der Hersteller mit 19 € / Jahr an.

Unseren Sanitärinstallateur haben wir während des Planungsgespräches auf der Baustelle auch um seine Meinung gebeten. Bei unserem Härtegrad wäre eine Enthärtungsanlage sinnvoll. Auch er empfahl (wie im Internet überall zu lesen), nur eine Anlage zu nehmen, die auf Basis von Ionentauschern mittels Salz und Harz arbeitet. Abzuraten sei von Anlagen mit Magneten oder Strom (keine Wirkung). Den Einbau des Montageblocks, der in die Wasserleitung eingeschleift wird und das Trinkwasser durch die Anlage leitet, führt er gerne aus. Die Verbindungsleitungen zur Anlage (zwei druckfeste Schläuche mit Gewinde) übernehmen wir selbst.

Anschlussblock für die geplante Enthärtungsanlage (Bildrecht: http://myworld.ebay.de/bawa-shop/)

Anschlussblock für die geplante Enthärtungsanlage (bawa-shop)

Den Anschlussblock haben wir heute bestellt (siehe hier), damit er vor Beginn der Sanitärarbeiten bei uns ist. Die Anlage selbst bestellen wir etwas später. In den nächsten Wochen gibt es sicherlich mehr davon zu berichten.

Von F

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2 Antworten zu “Kaltes, hartes Wasser

  1. Ein wirklich interessanter Artikel. Wir beschäftigen uns auch gerade mit den Überlegungen zu einer Enthärtungsanlage, denn auch unser Wasser hier ist nicht gerade weich. In unserer derzeitigen Mietwohnung haben wir auf allen Armaturen und Glasflächen unschöne Kalkablagerungen und das Wasser ist direkt aus der Leitung auch nicht trinkbar.
    Eure Artikel und Beiträge zu diesem Thema haben uns in der Entscheidung bestärkt, auch eine solche Anlage einbauen zu lassen.

    Viele Grüße!

    • Hallo FamilieW,
      freut uns, dass Euch die Infos etwas weitergebracht haben. Mittlerweile gibt es ja auch schon die ersten Erfahrungsberichte zur Wasseranlage (einfach mal nach Wasserenthärtung oben im Suchfenster gucken).
      Und danach war die Entscheidung für die Anlage richtig (auch wenn wir sie anfangs nicht einkalkuliert hatten).
      Viel Spaß noch beim Bloglesen
      F

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