Badezimmerplanung: Freie Auswahl aus „Eins“!

Planung Badezimmer

So muss das in der Planwirtschaft auch gewesen sein: ich zeig Dir den Standard und Du darfst Dich dafür entscheiden wollen!

Heute stand die Ausstattung von Badezimmer und Gäste-Bad auf dem Programm. Unsere Hausbaufirma beauftragt einen Sanitärbetrieb, welcher wiederum seine Armaturen und Badezimmerelemente in einem Sanitärfachhandel einkauft.

Zur Bemusterung der Badezimmerelemente sollten wir daher die Sanitärausstellung besuchen. Das Geschäft liegt leider mehr als 70 km von unserem Wohnort entfernt (kann die Baufirma nichts dafür). Zufällig war L vor zwei Wochen in der Nähe des Geschäfts und wollte sich ansehen, was denn die Standardausstattung ist. Aber: ohne besonderen Termin könne man leider nichts dazu sagen. Also vereinbarten wir einen Termin.

Uns so lief der Termin: eine Mitarbeiterin begrüßte uns recht freundlich, fragte nochmal, mit welcher Baufirma wir bauen und kam dann mit einem gelben Schnellhefter, in dem ein paar Klarsichtfolien mit Fotos waren.

Die nächsten 5 Minuten liefen so:

„Das ist unser Wasserhahn im Standard“ – „Aha“

„Das ist unser Waschbecken im Standard“ – „Mmmh“

„Das ist unsere Duschbrause im Standard“ – „Aha“

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und daher möchte ich gar nicht sagen, ob der Wasserhahn oder das Waschbecken schön waren, oder nicht.

Am Ende drängte sich jedoch die Frage auf: „Wenn wir gerne statt eines runden einen eckigen Griff hätten: gibt es auch Alternativen zu den gezeigten Dingen?“ Die Antwort war ernüchternd. Selbstverständlich könne man alles auswählen, was im Hause angeboten wird. Aber alle Dinge, die anders als die gezeigten wären, würden mit einem Aufpreis verbunden sein.

Kurz gesagt: Sie haben die freie Auswahl aus „Eins“ (minimiert wahrscheinlich die Reizüberflutung…)

Dazu kommt: die Ausstellungsfirma gibt die Wünsche an die Sanitärfirma weiter und die berechnet daraus ein Angebot für uns. Doch genau das ist ein Problem, denn die freundliche Dame kann damit nichts dazu sagen, wieviel ein anderes Modell mehr oder weniger kosten wird.

Meiner Meinung nach für ein Beratungsgespräch die schlechteste Situation: es gibt eine einzige Vorgabe und wenn diese nicht gefällt, beginnt ein Stochern im Nebel. Ohne die Information, ob ein anderes Modell preislich gleich, günstiger oder doppelt so teuer ist, kann man nicht mehr sinnvoll entscheiden, ob man einen besseren Wasserhahn nimmt, dafür aber beim Waschbecken spart, ohne dass der Gesamtpreis durch die Decke geht.

Für uns war der Termin damit sinnlos, aber da wir den weiten Weg bereits gemacht hatten, haben wir einfach mal ausgewählt, was uns schön erschien – aber vom Angebot erwarten wir nicht viel.

Unserer Baufirma scheint dieses Problem garnicht bekannt zu sein. Unsere Ansprechpartnerin war jedenfalls überrascht. Hier lief die Bemusterung auch vollkommen anders (zu jedem Ausstattungsmerkmal gab es mindestens 3 gleichwertige Alternativen). Morgen haben wir einen Termin wegen der Baugenehmigung. Sicher werden wir da auch nochmal darüber sprechen.

Mal sehen, was das Angebot ergibt.

Von F

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